16.07.2020

Ein Pieks weniger fürs Baby

Das freut nicht nur die Eltern, sondern auch das Baby: Für die im ersten Jahr angesetzte Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus & Co. ist nun ein Pieks weniger erforderlich.... [ mehr lesen ]

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16.07.2020

Ein Pieks weniger fürs Baby

Das freut nicht nur die Eltern, sondern auch das Baby: Für die im ersten Jahr angesetzte Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus & Co. ist nun ein Pieks weniger erforderlich.

Vor 6 schweren Infektionskrankheiten geschützt

3 plus 1 — so sah das von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfohlene Impfschema bisher für alle Säuglinge aus. Die 3+1 Sechsfachimpfung wird im Alter von 8 Wochen, 3, 4 und 11 Monaten durchgeführt. Sie schützt vor den wichtigsten Infektionen, und zwar vor Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Haemophilus influenzae (Hib) und Hepatitis B.

Für Frühgeborene gilt das 3+1-Schema weiterhin. Reifgeborene Kinder dürfen sich nun über einen Arztbesuch und einen Pieks weniger freuen, denn die STIKO hat die Impfung im 3. Monat abgeschafft. Für einen zuverlässigen Impfschutz mittels 2+1-Impfschema sind jedoch die Impftermine genau einzuhalten: Die erste Impfung mit dem Sechsfach-Impfstoff muss mit 8 Wochen erfolgen, und zwischen der 2. Impfung mit 4 und der 3. mit 11 Monaten soll unbedingt ein Mindestabstand von 6 Monaten liegen.

Immunsystem steckt Mehrfach-Impfung gut weg

Manche Eltern möchten ihren Säugling jedoch möglichst spät impfen. Sie glauben, das Immunsystem sei für eine Impfung noch nicht reif genug und vor allem mit dem Sechsfach-Impfstoff überfordert. Doch es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfungen das Immunsystem überlasten, betont das RKI. Im Gegenteil: Frühe Impfungen seien besonders wichtig, weil die mit Sechsfach-Impfstoff abgedeckten Erkrankungen vor allem im Säuglingsalter besonders gefährlich sind und nur die Impfung ausreichend Schutz bietet.

Quelle: RKI

15.07.2020

Allergie-Schnupfen ohne Allergen

Allergisch gegen Tierhaare oder Birkenpollen? Dann heißt es besser Abstand halten, um keine Endlos-Schnieferei zu riskieren. Doch Pech gehabt: Bei manchen Allergikern geht es mit der Nieserei auch los, wenn gar keine Allergene in der Nähe sind. Der Grund: Das Gehirn hat falsch gelernt.... [ mehr lesen ]

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15.07.2020

Allergie-Schnupfen ohne Allergen

Allergisch gegen Tierhaare oder Birkenpollen? Dann heißt es besser Abstand halten, um keine Endlos-Schnieferei zu riskieren. Doch Pech gehabt: Bei manchen Allergikern geht es mit der Nieserei auch los, wenn gar keine Allergene in der Nähe sind. Der Grund: Das Gehirn hat falsch gelernt.

Birkenpollenspray im Versuchslabor

Wer allergisch auf Gräser, Birkenpollen oder Katzenhaare reagiert, ist irgendwann einmal auf dieses Allergen sensibilisiert worden. Bei erneutem Kontakt reagiert das Immunsystem und es geht los mit Nieserei oder Jucken. Viele Allergiker versuchen deshalb, das Allergen zu meiden. Doch offenbar lassen sich allergische Beschwerden auch ganz ohne Allergen auslösen. Dahinter steckt eine Konditionierung, wie Forscher der Universität Tübingen herausfinden konnten.

In einem Versuchsraum verabreichten sie Probanden mit Gräser- und Birken-Allergie das jeweilige Allergen per Nasenspray. Anhand eines Allergie-Scores wurde die Stärke der allergischen Reaktion (laufende und/oder verstopfte Nase, Niesen und Juckreiz) eingeschätzt. Außerdem maßen die Forscher im Nasensekret ein bei allergischen Reaktionen in der Nasenschleimhaut gebildetes Enzym (Tryptase). Nach der hervorgerufenen Allergie-Attacke wurde die eine Hälfte der Probandenschar für 8 Stunden zum Schlafen geschickt, die andere Gruppe musste bis zum kommenden Abend wach bleiben.

Wachgruppen-Nasen blieben ungerührt

Eine Woche später wurden die Probanden wieder in den gleichen Versuchsraum geladen. Und siehe da: Diejenigen, die nach der Allergenattacke schlafen gegangen waren, reagierten schon kurz nach Betreten des Versuchsraums mit allergischem Schnupfen — obwohl überhaupt keine reizenden Allergene vorhanden waren. Die Nasen der Wachgruppe blieben dagegen zu Recht völlig ungerührt.

Lernen im Schlaf

Wie beim klassischen Lernen spielte auch hier die Schlafphase eine entscheidende Rolle, erklären die Forscher. Den Allergikern, die nach der Exposition nicht geschlafen hatten, blieb der Versuchsraum unverdächtig. Anders bei denen, die direkt nach dem reizenden Nasenspray und ihren allergischen Beschwerden für 8 Stunden zu Bett geschickt worden waren. Hier nutzte das Gehirn den Schlaf zum Lernen — und verknüpfte den Versuchsraum mit der Allergenen-Exposition, sodass das Immunsystem später schon auf den bloßen Raum mit allergischen Beschwerden reagierte.

Erstaunlich dabei sei, wie schnell das ging: Schon eine Allergengabe in dem Versuchsraum und eine Schlafphase danach habe gereicht, die fehlangepasste Reaktion zu erlernen, betonen die Tübinger Psychologen.

Quelle: Ärzteblatt

14.07.2020

Macht Fernsehen dumm?

Fernsehen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch hoher TV-Konsum wird immer wieder kritisch beäugt. Zu Recht, denn zu viel Fernsehen schadet dem Gehirn, zumindest gilt das für Menschen über 50 Jahren.... [ mehr lesen ]

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14.07.2020

Macht Fernsehen dumm?

Fernsehen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch hoher TV-Konsum wird immer wieder kritisch beäugt. Zu Recht, denn zu viel Fernsehen schadet dem Gehirn, zumindest gilt das für Menschen über 50 Jahren.

Je mehr Fernsehen, desto mehr geistiger Abbau

Wer über 50 Jahren alt ist und täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem Fernseher sitzt, riskiert sein sprachliches Gedächtnis. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer sechsjährigen britischen Studie mit 3590 Senioren. Untersucht wurde der Zusammenhang von kognitiven Leistungen und Fernsehkonsum. Der schädliche Effekt ist dosisabhängig – je mehr TV-Konsum, desto stärker der Abbau des sprachlichen Gedächtnisses.

Missverständnisse vorprogrammiert

Doch das sprachliche Gedächtnis ist enorm wichtig, um sich in unserer heutigen Informationsgesellschaft zurechtzufinden. Wer damit Probleme hat, den erreichen sprachlich vermittelte Botschaften schlechter. In der Folge werden gesprochene Einladungen oder Aussagen schnell missverstanden. Betroffene fahren dann beispielsweisebei der Aufforderung „jetzt rechts abbiegen“ einfach geradeaus weiter, während sie mit einer Skizze den Weg gefunden hätten.

Neue Form einer Demenz?

Diese Studienergebnisse sind beunruhigend, da sich möglicherweise eine ganz eigene Krankheitsentität, die TV-bedingte Demenz, entwickelt, betont Professor Peter Berlit, Generalsekretär der DGN. Schon jetzt liege der durchschnittliche Fernsehkonsum bei etwa 3 Stunden. „Gerade ältere Menschen sollten, um lange geistig fit zu bleiben, von zu viel Fernsehschauen absehen, rät der Experte deshalb.

Quelle: Pressemeldung der DGN

13.07.2020

Hitze verändert Medikamentenwirkung

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?... [ mehr lesen ]

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13.07.2020

Hitze verändert Medikamentenwirkung

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?

Verstärkte Wirkung, neue Nebenwirkungen

Vermindertes Durstgefühl und Blutdrucksenkung sind nur zwei der kritischen Nebenwirkungen, die manche Medikamente an heißen Tagen verursachen. Dabei kann es sich um die Verstärkung einer ursprünglich erwünschten therapeutischen Wirkung (bei den Blutdrucksenkern) oder um andere, bisher beim Patienten nicht beobachtete Nebenwirkungen handeln. Mit welchen unerwünschten Wirkungen man in Zeiten großer Hitze rechnen muss und welche Medikamente diese verursachen, hat die Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit aufgelistet:

  • Verstärktes Hitzegefühl: Triptane (Migränemittel), Duloxetin (Mittel gegen Inkontinenz und neuropathische Schmerzen), Cyproteron (Androgenblocker, z. B. gegen Akne), Sertralin und Venlafaxin (Antidepressiva) oder Topiramat (Antiepileptikum)
  • Reduzierte Wahrnehmung einer Hitzeerschöpfung durch Sedierung: Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine, manche Antihistaminika (Medikamente gegen Allergien), Antiepileptika oder auch dämpfende Antidepressiva
  • Erschöpfung durch verringerte Herzleistung: Betablocker
  • Verringertes Durstgefühl: Parkinsonmittel, ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) und Neuroleptika
  • Verringertes Schwitzen und Erhöhung der Körpertemperatur: Amitriptylin (Antidepressivum), Oxybutynin (Mittel gegen Inkontinenz), Procyclidin (Medikament gegen Parkinson), Topiramat (Antiepileptikum) oder Chlorpromazin (Neuroleptikum)
  • Blutdrucksenkung: Blutdrucksenker wie z. B. Betablocker, Sartane oder ACE-Hemmer, trizyklische Antidepressiva und gefäßerweiternde Medikamente zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit wie Kalziumantagonisten oder Nitrate
  • Austrocknen oder Störung des Elektrolythaushaltes: Abführmittel, Wassertabletten (Diuretika)

Spezialfall Pflaster

Manche Wirkstoffe werden in Form von Pflastern verabreicht. Wird es jedoch heiß und die Durchblutung der Haut nimmt zu, steigt auch die Menge des aufgenommenen Wirkstoffs häufig um ein Vielfaches. Besonders kritisch ist das bei Schmerzpflastern mit Opiaten. Hier ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt gegensteuert und z. B. geringer dosierte Pflaster verordnet.

Nicht einfach selbst entscheiden!

Medikamente dürfen aber keinesfalls vom Patienten selbst angepasst werden, das ist Sache des behandelnden Arztes. Doch wer weiß, mit welchen Nebenwirkungen er bei Einnahme seiner Arzneimittel rechnen muss, kann diese schneller erkennen und Hilfe suchen. Außerdem ist es empfehlenswert, regelmäßig Blutdruck, Puls und gegebenenfalls auch den Blutzucker zu kontrollieren, um im Falle von Auffälligkeiten zum Arzt zu gehen.

Quelle: Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit

10.07.2020

Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D

Der Sommer steht vor der Tür – ideale Voraussetzungen also, um die Vitamin D-Speicher des Körpers zu füllen. Denn die Sonne hilft dem Körper, das Vitamin selbst herzustellen.  Wer sich darauf nicht verlassen will, hilft mit Nahrungsergänzungsmitteln nach. Doch ist das überhaupt notwendig?... [ mehr lesen ]

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10.07.2020

Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D

Der Sommer steht vor der Tür – ideale Voraussetzungen also, um die Vitamin D-Speicher des Körpers zu füllen. Denn die Sonne hilft dem Körper, das Vitamin selbst herzustellen.  Wer sich darauf nicht verlassen will, hilft mit Nahrungsergänzungsmitteln nach. Doch ist das überhaupt notwendig?


Vom Knochen bis zum Krebs


Allgemein bekannt ist, dass Vitamin D für die Aufnahme von Kalzium und die Gesundheit der Knochen wichtig ist. Doch das Vitamin hat weit mehr Funktionen im Körper: Es unterstützt das Immunsystem, die Muskelkraft und Koordination und verhindert vielleicht sogar Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ II und Krebs. Die Osteoporose – eine Krankheit, bei der die Knochen leichter brechen– ist deshalb nur ein Symptom eines Vitamin D-Mangels. Muskelschmerzen, weniger Muskelkraft und sogar eine höhere Anfälligkeit für Infekte können ebenfalls Zeichen einer Unterversorgung sein.


Vitamin D-Mangel – ein häufiges Problem


Wer einen Mangel vermeiden will, hat Glück, denn Vitamin D ist ein ganz besonderes Vitamin: Mit Hilfe der Sonne bildet es der Körper ganz von selbst. Trotzdem schätzen Fachgesellschaften, dass in Deutschland über 50% der Menschen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind. Denn viele Menschen halten sich während der Arbeit und der Freizeit in Innenräumen auf und setzen ihre Haut so kaum der Sonne aus. Außerdem ist die Strahlung der Sonne in den deutschen Wintermonaten zu schwach, um die Synthese des Vitamins anzuregen.


Ausreichend versorgt – aber wie?


Die Deutschen nehmen mit der Nahrung zwar nur ungefähr 2 µg – von empfohlenen 20 µg - Vitamin D pro Tag auf, trotzdem empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Einnahme von Vitamin D-Präparaten nicht. Denn der Anteil der Eigenproduktion unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und kann nur grob geschätzt werden. Nimmt ein Mensch dann zu viel Vitamin D auf, besteht die Gefahr eines zu hohen Calcium-Spiegels im Blut, der im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen und Nierensteinen führt.


Gesunde Menschen, die keine Symptome eines Mangels haben, decken ihren Vitamin D-Bedarf also besser ohne Nahrungsergänzungsmittel. Dafür reicht es, das Gesicht, die Hände und einen Teil der Arme und Beine der Sonne auszusetzen. Während im Hochsommer bereits 10 Minuten genügen, braucht der Körper im Frühling und Herbst doppelt so lang. Anders sieht es bei Säuglingen im 1. Lebensjahr und alten, chronisch kranken und weniger mobilen Menschen aus. Sie brauchen Nahrungsergänzungsmittel, um den Körper ausreichend mit Vitamin D zu versorgen.


Mehr Informationen über Vitamin D und die Lebensmittel, in denen Vitamin D enthalten ist, erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Robert Koch-Institut

09.07.2020

Coronagefahr aus der Toilette?

Wo sich Menschenmengen sammeln, ist das Risiko einer Corona-Ansteckung erhöht. Doch jetzt wurde ein neues, eher einsames Risikogebiet identifiziert: Offenbar kann man sich auch auf dem stillen Örtchen das Virus einfangen.... [ mehr lesen ]

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09.07.2020

Coronagefahr aus der Toilette?

Wo sich Menschenmengen sammeln, ist das Risiko einer Corona-Ansteckung erhöht. Doch jetzt wurde ein neues, eher einsames Risikogebiet identifiziert: Offenbar kann man sich auch auf dem stillen Örtchen das Virus einfangen.

Abspülen und weg damit?

In etlichen Studien ist nachgewiesen worden, dass das Coronavirus nicht nur ausgehustet und ausgeatmet wird, sondern manche Menschen auch über den Stuhl wieder verlässt. Klar, dass es auf diese Weise in die Toilette gelangen kann. Eigentlich sollte man meinen, dass es dann dort mit Hilfe der Spülung im Abflussrohr verschwindet und die Sache erledigt ist. Doch weit gefehlt!

Anhand von Computermodellen zeichneten chinesische Forscher die Wege von Wasser- und Luftströmungen verschiedenster Toilettentypen auf. Die durch die Spülung erzeugten Wirbel verursachten Luftströme, die Schwebeteilchen aus der Toilette bis zu einem Meter nach oben katapultierten, wobei die Tröpfchen und Teilchen dieser Aerosol-Wolken über eine Minute lang in der Luft schwebten. Besonders schwungvoll nach oben flogen die Aerosole in Toiletten mit zwei Wasserzuflüssen oder bei häufiger Benutzung.

Die Schwebeteilchen, die die Toilette auf diese Weise verlassen, können sich nun entweder auf Oberflächen niederlassen oder auch eingeatmet werden, erklären die Forscher. Befinden sich in diesem Toiletten-Aerosol unter den Schwebeteilchen auch Coronaviren aus dem Stuhl Infizierter, ist deshalb eine Ansteckung mit den Viren auch auf dem stillen Örtchen möglich.

Deckel zu, Problem gelöst

Die Forscher nennen auch gleich ein Gegenmittel: Toilettendeckel vor dem Spülen schließen, dann bleibt die Luft unbelastet. In Anbetracht der Tatsache, dass heutzutage viele öffentliche Toiletten gar keine Deckel mehr haben, ist diese Lösung jedoch wenig praktikabel.

Doch das ist zum Glück nicht besonders problematisch. Zwar schätzen deutsche Virologen diese Art der Viren-Übertragung per Toiletten-Aerosol als denkbar ein. Immerhin vermehrt sich das Virus bei Manchen Menschen offenbar auch im Magen-Darm-Trakt und wird dann über den Stuhl ausgeschieden. Ob diese Viren infektiös sind, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, in den meisten Studien war das im Stuhl entdeckte Virusmaterial nicht lebensfähig und daher nicht ansteckend.

Abstandsregel bleibt am wichtigsten

Vor allem in engen Toiletten, die von vielen Menschen benutzt werden wie beispielsweise in Zügen, Flugzeugen, Sammelunterkünften oder auf Kreuzfahrtschiffen, ist dieser Übertragungsweg ein interessanter Aspekt, kommentiert Clemens Wendtner, Internist und Chefarzt am Münchner Klinikum Schwabing die chinesischen Untersuchungsergebnisse. Er rät, sich auf öffentlichen Toiletten nicht auf die Brille zu setzen und die gängigen Hygienempfehlungen zu beachten. Dazu gehört beispielsweise, den Wasserhahn nach dem Händewaschen mit einem Einmalhandtuch zuzudrehen und die Türklinke beim Verlassen der Toilette mit dem Ellenbogen zu öffnen. Nichtsdestotrotz laufe aber die Hauptinfektionskette über die Lunge, wichtiger als Vorbeugung sei es deshalb, Massenveranstaltungen zu vermeiden und die Abstandsregeln einzuhalten.

Quelle: Ärzteblatt