29.05.2020

Gesundheitsgefahr durch "kalten Rauch"

Rauchen schadet der Gesundheit – das weiß mittlerweile jedes Kind. Doch auch wenn die Zigarette längst ausgedrückt ist, bleibt die Gefahr bestehen. Nikotin und Schadstoffe lagern sich nämlich auf Möbeln, Kleidern und Händen ab und werden so zur unsichtbaren Gesundheitsgefahr.... [ mehr lesen ]

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29.05.2020

Gesundheitsgefahr durch "kalten Rauch"

Rauchen schadet der Gesundheit – das weiß mittlerweile jedes Kind. Doch auch wenn die Zigarette längst ausgedrückt ist, bleibt die Gefahr bestehen. Nikotin und Schadstoffe lagern sich nämlich auf Möbeln, Kleidern und Händen ab und werden so zur unsichtbaren Gesundheitsgefahr.


Kalter Rauch – was ist das?


Rauchen verursacht Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen und viele weitere Leiden. Nicht nur der Raucher ist von den Folgen betroffen, sondern auch Nicht-Raucher, die die Giftstoffe beim „Passivrauchen“ einatmen. Was viele nicht wissen: Auch auf Kleidung, Möbeln, Teppichen und Tapeten finden sich Rückstände aus Zigarettenqualm - der sogenannte „kalte Rauch“. Er lässt sich selbst in Räumen finden, in denen nie geraucht wurde. Nikotin und krebserzeugende Stoffe lagern sich nämlich unbemerkt während des Rauchens auf den Händen ab und werden danach durch Berührungen verteilt.


Tabakrückstände schwer zu entfernen


Die kleinen Partikel werden über Monate oder sogar Jahre wieder an die Raumluft abgegeben. Personen, die sich in den Räumen aufhalten, nehmen sie dann über die Lunge, Haut oder Mund wieder auf. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die beim Spielen viele Dinge in den Mund nehmen. Der „kalte Rauch“ ist dabei nicht ungefährlich, denn er enthält – wie sichtbarer Rauch auch – viele krebserzeugende Stoffe.


Wie werden die Rückstände vermieden?


Hat sich der Rauch einmal abgelagert, ist er sehr schwer zu entfernen. Lüften, Saugen und selbst Schrubben beseitigen die kleinen Partikel nicht. Auch die beste Klimaanlage entfernt nur den Geruch des Rauches, nicht aber den „kalten Rauch“. Für die eigene Gesundheit und die der anderen ist es natürlich am besten, das Rauchen ganz aufzugeben. Wer trotzdem raucht, aber seine Mitmenschen schützen möchte, dem helfen diese Tipps:

  • Wer die Ablagerung in der Wohnung oder im Auto verhindern will, muss zum Rauchen konsequent nach draußen gehen. Auch das Rauchen bei geöffnetem Fenster verhindert oft nicht, das ein Teil des Rauches in dem Raum gelangt.

  • Nach der Raucherpause empfiehlt es sich, noch 10 Minuten im Freien zu warten, sodass ein großer Teil der belasteten Luft aus Lunge und Kleidung sich verflüchtigen kann.

  • Vor dem Spielen oder Kuscheln mit Kleinkindern sollte am besten gar nicht geraucht werden, da diese besonders gefährdet sind. Im Ausnahmefall hilft es auch, sich gründlich die Hände zu waschen und die Kleidung zu wechseln.

  • Ehemalige Raucherwohnung am besten renovieren und alte Teppiche und Tapeten entfernen.

Quelle: PTA heute (8), 2020

28.05.2020

Höhere Sterberate bei dicken Kindern

Wer seit seinen Kindertagen zu dick ist, entwickelt später ernsthafte Folgeerkrankungen wie Gicht und Diabetes. Doch nicht nur das: Stark übergewichtige Kinder haben schon als junge Erwachsene ein deutlich erhöhtes Risiko, durch Selbstmord oder eine Krankheit zu Tode zu kommen.... [ mehr lesen ]

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28.05.2020

Höhere Sterberate bei dicken Kindern

Wer seit seinen Kindertagen zu dick ist, entwickelt später ernsthafte Folgeerkrankungen wie Gicht und Diabetes. Doch nicht nur das: Stark übergewichtige Kinder haben schon als junge Erwachsene ein deutlich erhöhtes Risiko, durch Selbstmord oder eine Krankheit zu Tode zu kommen.

Pfunde schon ab 20 Jahren riskant

Starkes Übergewicht (Adipositas) begünstigt Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Arthrose, Fettstoffwechselstörungen und verschiedene Krebsformen. Je früher der Körper mit den zusätzlichen Pfunden und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen zu kämpfen hat, desto früher wird es kritisch. So verwundert es auch nicht, dass bei Menschen, die seit ihrer Kindheit stark übergewichtig sind, das Sterberisiko im mittleren Lebensalter erhöht ist.

Doch offenbar wird starkes kindliches Übergewicht schon viel früher gefährlich, wie eine schwedische Arbeitsgruppe herausgefunden hat. Sie verglich die Daten von über 7000 jungen Erwachsenen, die im Alter von 3 bis 18 Jahren in ein Adipositas-Register aufgenommen worden waren, mit knapp 35000 normalgewichtigen Kontrollen.

Doppelt so viele Selbstmorde

Insgesamt wurden 104 Todesfälle registriert, das Durchschnittsalter der Verstorbenen betrug 22 Jahre. Dabei waren in der Gruppe der seit Kindheit stark übergewichtigen Menschen deutlich mehr Personen verstorben als in der Gruppe der Normalgewichtigen. Haupttodesursache in beiden Gruppen waren Selbstmord und Selbstverletzungen, bei den zum Tode führenden Erkrankungen handelte es sich vor allem um Krebs und Infektionen.

Selbstmord und Selbstverletzungen traten bei den Übergewichtigen doppelt so häufig auf, und auch bei Krebs und Infektionen hatten sie eine vierfach höhere Todesrate als die Menschen ohne Gewichtsprobleme. Bei mehr als jedem viertem der seit Kindheit übergewichtigen Verstorbenen war die Adipositas Grund oder zumindest beteiligter Faktor für den Tod, berechnen die Autoren.

Körperliche und psychische Ursachen

Die Ursache für diese frühe erhöhte Sterberate ist unklar, die Studienautoren gehen davon aus, dass körperliche und psychische Faktoren eine Rolle spielen. So sei starkes Übergewicht schon bei Kindern mit fatalen Folgen wie Fettleber, Insulinresistenz und systemischen Entzündungsprozessen, aber auch Diskriminierungen, Hänseleien und Depressionen verbunden. Folgestudien sollen klären, ob eine erfolgreiche Adipositastherapie das frühe Sterberisiko reduzieren kann.

Quelle: Springer Medizin

27.05.2020

Badespaß trotz Corona?

Der Sommer ist in Sicht und mit den Temperaturen steigt auch die Lust, im Schwimmbad oder Baggersee ins kühle Nass zu tauchen. Doch wie sieht es damit aus in Zeiten der Corona-Pandemie: Kann man sich das Virus womöglich beim Schwimmen einfangen?... [ mehr lesen ]

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27.05.2020

Badespaß trotz Corona?

Der Sommer ist in Sicht und mit den Temperaturen steigt auch die Lust, im Schwimmbad oder Baggersee ins kühle Nass zu tauchen. Doch wie sieht es damit aus in Zeiten der Corona-Pandemie: Kann man sich das Virus womöglich beim Schwimmen einfangen?

Verdünnungsfaktor und Chlor gegen Viren

Das Wasser selbst ist in den allermeisten Fällen keine Gefahr in puncto SARS-CoV2-Infektion, berichten Experten vom Bundesumweltamt. Auch die WHO hat bisher noch keine Hinweise darauf, dass eine Ansteckung mit Covid-19 beim Baden wahrscheinlich ist. Zur Sicherheit haben sich Bundesumweltbeamte trotzdem mit dem Risiko durch Badeaktivitäten beschäftigt. Je nach Badeort bewerten sie die Infektionsgefahr beim Schwimmen folgendermaßen:

  • Unbedenklich ist das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie im Meer oder in Badeseen. Grund dafür ist die Verdünnung durch die enormen Wassermengen. Zudem tragen steigende Wassertemperaturen und die vermehrte UV-Bestrahlung durch die Sonne zur Inaktivierung eventuell eingebrachter Viren bei.
  • Grünes Licht geben die Experten auch für das Schwimmen in den Becken konventioneller Hallen- und Freibäder — sobald deren Besuch wieder erlaubt ist. Denn dort wird das Badewasser ständig aufbereitet und filtriert, besonders das dem Wasser zugefügte desinfizierende Chlor macht den meisten Viren und Bakterien schnell den Garaus. Vor allem behüllte Viren wie SARS-CoV-2 werden durch Desinfektionsmittel zuverlässig inaktiviert und haben laut Bundesamt keine relevante Chance, sich über das Wasser zu verbreiten.
  • Nicht ganz so einfach ist es mit Schwimm- und Badeteichen, in denen das Wasser nicht desinfiziert, sondern biologisch aufbereitet wird. Durch die mangelnde Desinfektion können Viren länger überleben, es geht von diesen Gewässern daher ein gewisses theoretisches Infektionsrisiko aus. Auch in nicht aufbereitetem Abwasser ist das Coronavirus nachweisbar. Ob diese geringen Mengen ausreichen, um sich anzustecken, ist jedoch noch nicht geklärt. Bisher wurde weltweit noch keine über Wasser übertragene Infektion nachgewiesen.

Abstand halten bleibt oberstes Gebot

Von Meerwasser, Badewasser und gechlortem Schwimmbadwasser droht offenbar keine Corona-Gefahr. Ganz anders sieht es mit den Menschen in diesen sommerlichen Vergnügungsstätten aus: Liegen die Freibad- oder Baggerseebesucher hier dicht an dicht auf ihren Handtüchern, ist das Infektionsrisiko natürlich genauso groß wie im Supermarktgedrängel. Deshalb gelten am Meer, im Schwimmbad oder am Baggersee die gleichen Abstandsregeln — und zwar sowohl im Wasser als auch an Land.

Quelle: Bundesumweltamt

Fehlende oder nicht mehr passende Sehhilfen können zu Kopfschmerzen führen. Dann kann ein Augenarzt die Sehhilfe neu anpassen.

26.05.2020

Im Alter den Durchblick behalten

Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwierig wird, bei anderen geht es erst ein paar Jahre später los. Die Alterssichtigkeit trifft früher oder später fast jeden. Warum spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Augenarzt aufzusuchen.... [ mehr lesen ]

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26.05.2020

Im Alter den Durchblick behalten

Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwierig wird, bei anderen geht es erst ein paar Jahre später los. Die Alterssichtigkeit trifft früher oder später fast jeden. Warum spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Augenarzt aufzusuchen.

Elastizität der Augenlinse geht verloren

Kleine Schrift lässt sich plötzlich nicht mehr entziffern. Erst wenn man den Text etwas weiter von den Augen entfernt hält, erscheinen die Buchstaben klarer. Der Grund für diese Probleme ist eine einsetzende Alterssichtigkeit, bedingt durch die normale Alterung des Auges. In der Jugend ist die Linse des Auges weich und elastisch, sodass das Auge sich an unterschiedliche Sehentfernungen anpassen kann. Beim Blick in die Ferne ist sie flach, beim Blick auf ein Objekt in unmittelbarer Nähe wölbt sie sich stärker. Diese Fähigkeit, Augenärzte sprechen von der Akkommodation, geht nach und nach verloren. Die Linse wird immer steifer und die für die Nahsicht notwendige Anpassung funktioniert nicht mehr.

Drogeriemarktbrille nur vorübergehend geeignet

Viele Menschen behelfen sich zunächst mit einer einfachen Lesehilfe, die es im Super- oder Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Der Augenarzt Christian Theinert vom Pressereferat des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) erklärt, dass diese Lesehilfen in der Regel allenfalls für eine kurze Lesedauer und vorübergehend geeignet sind: „Auf Dauer ist eine fachgerecht angepasste Lesebrille besser geeignet, die die individuellen Besonderheiten wie beispielsweise eine Verkrümmung der Hornhaut (Astigmatismus) oder den Pupillenabstand berücksichtigt.“

Früherkennung des Grünen Stars

Wenn die Alterssichtigkeit (Presbyopie) einsetzt, ist es sinnvoll, zunächst eine Augenarztpraxis aufzusuchen. Denn bei einer fachärztlichen Untersuchung lässt sich abklären, ob die Augen abgesehen von der Alterssichtigkeit gesund sind. Einige Augenerkrankungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf, beispielsweise das Glaukom (Grüner Star), bei dem ganz allmählich der Sehnerv abstirbt. Diese Krankheit verläuft lange ohne Beschwerden und verursacht keine Schmerzen. Um auf einen Grünen Star aufmerksam zu werden, empfehlen Augenärzte ab dem Alter von 40 Jahren eine Früherkennungsuntersuchung. So lässt sich die Erkrankung behandeln, bevor das Sehvermögen bedroht ist.

Quelle: BVA

Flieder und Maiglöckchen sind Frühlingsboten mit intensivem Duft.

25.05.2020

Asthma durch Balkonpflanzen

Blühende Balkonpflanzen mit starkem Duft lösen bei empfindlichen Menschen Beschwerden der Atemwege aus. Bei der Auswahl der Pflanzen sind einige Vorsichtsmaßnahmen angebracht.... [ mehr lesen ]

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25.05.2020

Asthma durch Balkonpflanzen

Blühende Balkonpflanzen mit starkem Duft lösen bei empfindlichen Menschen Beschwerden der Atemwege aus. Bei der Auswahl der Pflanzen sind einige Vorsichtsmaßnahmen angebracht.

Beim Pflanzenkauf auf den Duft achten

Einige Pflanzen lösen vor allem bei Asthmatikern und Menschen mit empfindlichen Atemwegen Überempfindlichkeitsreaktionen aus – besonders, wenn sie stark duften. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist Betroffene darauf hin, dass sie immer abklären sollten, ob sie den Duft vertragen, wann und wie lange die Pflanze blüht und an welcher Stelle sie später wächst. Besondere Vorsicht ist bei stark duftenden Pflanzen in Innenräumen oder vor einem geöffneten Fenster geboten. Bei Asthmapatienten ist es möglich, dass stark konzentrierte Düfte einen Asthmaanfall auslösen.

Duftrezeptoren in der Lunge

In früheren Studien entdeckten Forscher zwei verschiedene Empfängermoleküle (Rezeptoren) in den Muskelzellen der Lunge, die den Luftstrom in den Lungenbronchien verändern: Fruchtiger Bananen- und Aprikosenduft erweiterte die Lungenkanälchen und blumig-öliger Geruch von Maiglöckchen verengte sie. Die Bindung der Duftmoleküle an die Rezeptoren löste die Bronchienreaktion aus.

Quelle: Lungenärzte im Netz

Weiterführende Informationen und Tipps zur allergenarmen Garten- und Balkonbegrünung vom DAAB.

23.05.2020

Kleine Wunden sicher versorgen

Beim Gemüseschneiden den Finger erwischt, beim Schreibtischaufräumen am Papier geschnitten oder auf der Treppe gestolpert und das Knie aufgeschürft: Kleine Schnitt- oder Schürfwunden sind im Alltag häufig. Zum Glück kommt der Körper mit kleinen Wunden meist selbst gut zurecht. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie man die Haut mit Pflaster, Desinfektionsmittel & Co. bei der Wundheilung unterstützt und was es mit den modernen hydroaktiven Wundauflagen aus der Apotheke auf sich hat.... [ mehr lesen ]

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23.05.2020

Kleine Wunden sicher versorgen

Beim Gemüseschneiden den Finger erwischt, beim Schreibtischaufräumen am Papier geschnitten oder auf der Treppe gestolpert und das Knie aufgeschürft: Kleine Schnitt- oder Schürfwunden sind im Alltag häufig. Zum Glück kommt der Körper mit kleinen Wunden meist selbst gut zurecht. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie man die Haut mit Pflaster, Desinfektionsmittel & Co. bei der Wundheilung unterstützt und was es mit den modernen hydroaktiven Wundauflagen aus der Apotheke auf sich hat.

Lieber doch zum Arzt?

Kleine Schnitt- und Schürwunden sind in der Regel kein Fall für den Arzt – sie lassen sich mit den üblichen Utensilien aus der Hausapotheke meist selbst gut behandeln. In manchen Fällen jedoch sollte man lieber die Finger von der Wunde lassen, diese lediglich mit einer Kompresse steril bedecken und ärztlich Rat einholen, z.B. bei

  • Tiefen und ausgedehnten Wunden
  • Andauernder, nicht stillbarer Blutung
  • Klaffenden Wundrändern
  • Fremdkörpern in der Wunde
  • Gestörter Sensibilität und /oder Bewegung (Verdacht auf Verletzung von Sehnen, Muskeln, Nerven).

Hinweis: Denken Sie auch bei kleinen Verletzungen an Ihren Tetanusschutz! Liegt die letzte Auffrischung über 10 Jahre zurück, suchen Sie Ihren Arzt auf und lassen Sie sich zur Sicherheit erneut impfen.

Das macht der Körper

Wird gesunde Haut verletzt, muss der Organismus die Wunde wieder verschließen. Je nachdem, wie tief der Schaden ist, heilt die Wunde mit oder ohne Narbe ab. Ist nur die Epidermis betroffen und die Basalschicht, also die unterste der insgesamt 5 Epidermisschichten, unversehrt, produzieren die dort ansässigen Basalzellen neue Hautzellen, die den Defekt von unten nach oben auffüllen. Bei dieser Art der Wundheilung („epitheliale Wundheilung“) entstehen keine Narben.

Reicht der Defekt über die Epidermis bis in die darunter liegende Lederhaut hinein, bildet sich statt richtigen Hautzellen eine bindegewebige Ersatzschicht und es entsteht eine mehr oder weniger große Narbe. Diese Art der Wundheilung („reparative Wundheilung“) läuft in 3 Heilungsphasen ab:

  • In der etwa 3 Tage dauernden Reinigungsphase werden Keime, Fremdkörper und Zelltrümmer aus der Wunde ausgeschwemmt und treten mit Plasma und Abwehrzellen als Wundsekret an die Oberfläche.
  • In der Proliferations- oder Granulationsphase füllt der Organismus den entstandenen Defekt wieder auf. Dafür wandern ab dem 4. Tag nach Verletzung Bindegewebszellen in die Wunde ein und bilden mit Kollagenfasern neues Gewebe. Außerdem sprießen kleine Gefäße ein, die über das Blut Sauerstoff und Nährstoffe an den Ort des Geschehens bringen. Diese Vorgänge laufen besonders gut in einem feuchten Milieu ab. Trocknet die Wunde aus und bildet sich Schorf, ist das heilende Zellwachstum gehemmt.
  • Zwischen dem 5. und 10. Tag nach Verletzung beginnt die Epithelisierungsphase, in der von den unverletzten Rändern der Wunde Epithelzellen in die Wunde einwandern und eine neue „Haut“ auf der Oberfläche bilden. Parallel dazu produzieren die darunter liegenden Bindegewebszellen weiter Kollagen, um die Wunde als Narbe zu verfestigen.

Was die Heilung stört

Bei glatten, dicht aneinander liegenden Wundrändern ist die Narbe oft kaum zu erkennen. Sind die Wunden größer oder liegen Wundheilungsstörungen vor, entsteht oft ausgedehntes Narbengewebe. Gestört wird das Heilen einer Wunde durch

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, chronisch venöse Insuffizienz oder Durchblutungsstörung wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Infektionen der Wunde, eingedrungene Fremdkörper
  • Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen (z. B. bei Krebserkrankungen oder Infektionskrankheiten)
  • Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen, etwa Kortison oder Zytostatika (Krebsmedikamente).

Hinweis: Suchen Sie bei zu langsamer Heilung oder beim geringsten Zeichen einer Infektion der Wunde (Rötung, Schmerzen, Schwellung) zur Sicherheit Ihren Arzt auf. Das gilt besonders, wenn Sie an oben genannten Stoffwechselerkrankungen leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben.

Reinigen ist das A und O

Je sauberer eine Wunde ist, desto schneller und ungestörter kann sie verheilen und desto besser ist das kosmetische Endergebnis. Deshalb müssen sowohl Schnitt- als auch Schürfwunden gereinigt werden. Bei Schnittwunden unterstützt schon das Ausbluten die Wundreinigung, bei Schürfwunden haften dagegen meist kleine Partikel in der Wunde. Die beste Form der Reinigung ist das Ausspülen der Wunde mit steriler physiologischer Kochsalzlösung. Hier ist wichtig zu wissen, dass die Kochsalzlösung nach Anbruch des Behälters nicht mehr steril ist und die Reste deshalb entsorgt werden müssen. Alternative ist steriles Kochsalzlösungsspray, das bei korrekter Verwendung bis Ablauf des Verfalldatums haltbar ist (zum Beispiel Urgo® steriles Kochsalzlösungsspray). Auch fertige Wundspüllösungen sind in der Apotheke erhältlich, zum Beispiel Prontosan® Wound Spray oder Hansaplast® Wundspray antiseptische Wundreinigung, die beide zusätzlich antiseptische, also die Keimbelastung reduzierende Eigenschaften haben.

Bei akuten Verletzungen ist die ideale Wundspüllösung jedoch nicht immer zur Hand. In solchen Fällen darf auch fließendes, klares, handwarmes Leitungswasser in Trinkwasserqualität zum Säubern einer Wunde verwendet werden. Um keine Keime aus der Rohrleitung in die Wunde zu spülen, sollte das Wasser erst 20 bis 30 Sekunden aus der Leitung fließen, bevor man die Wunde darunter hält. Kleine Steinchen oder Glassplitter, die sich durch das Spülen nicht lösen, lassen sich vorsichtig mit einer sauberen Pinzette entfernen. Bei größeren oder tiefsitzenden Fremdkörpern ist jedoch der Arzt zuständig.

Hinweis: Auch wenn es ein beruhigendes Ritual bei kleinen Kindern ist: Pusten Sie nicht auf die Wunde! Damit bringen Sie nur Keime aus Ihrem Atem und Speichel in die Wunde und riskieren, dass diese sich entzündet. Zum noch besseren Schutz vor Keimen ist es außerdem sinnvoll, vor der Wundversorgung die eigenen Hände mit einem Hand-Desinfektionsmittel zu desinfizieren.

Desinfizieren – aber richtig

Nach dem Reinigen der Wunde sollte diese auch desinfiziert werden. Als Desinfektionsmittel erster Wahl bieten sich für die Selbstversorgung die farblosen Wirkstoffe Octenidin (zum Beispiel Octenisept® Wund-Desinfektion Spray oder Octenilin® Wundgel) und Polihexanid (zum Beispiel Hansaplast® Wundspray oder Hemo Sept Wundspray) an. Beide Wirkstoffe wirken gegen Bakterien und Pilze, Octenidin hat zusätzlich eine (begrenzte) Wirkung gegen Viren. Polihexanid fördert zudem die Wundheilung. Auch Tyrothricin wirkt antibakteriell, es ist vor allem für kleine, oberflächliche Wunden geeignet (zum Beispiel Tyrosur®Wundgel). Desinfektionsmittel sollen gleichmäßig und gründlich auf die gesamte Wunde aufgetragen werden und vor dem Abdecken mit einem Pflaster oder einer Kompresse mindestens 60 Sekunden lang einwirken.

Hinweis: Obsolet ist die Behandlung von Wunden mit Wasserstoffperoxid, Chlorhexidin, Iodoform, Gentianaviolett und Borsäure. Diese Mittel töten zwar Erreger ab, hemmen aber die Wundheilung.

Wundabdeckung: Trocken, feucht oder gesprüht?

Um optimal heilen zu können, benötigt eine Wunde Schutz vor weiterer mechanischer Beeinträchtigung und Krankheitserregern. Für diese „Wundruhe“ sorgen Wundauflagen oder -verbände, die die Wunde abdecken und in trockener oder feuchter Form in zahlreichen Varianten zur Verfügung stehen.

Trockene Wundabdeckung. Pflaster sind sogenannte Wundschnellverbände, die sich vor allem für Schnittwunden und kleine Schürfwunden eignen. Es gibt sie in vielen Varianten und Formen: steril und unsteril, wasserdicht, besonders hautfreundlich oder besonders klebeintensiv. Für Fingerkuppen eignen sich schmetterlingsförmige Pflaster (zum Beispiel DracoPlast® waterproof Fingerkuppenpflaster oder Gothaplast® Fingerkuppenpflaster), für Verletzungen an den Fingern Spezialpflaster mit einer deutlichen längeren Klebefläche auf einer Seite der Wundauflage (zum Beispiel Curaplast® Fingerverband sensitiv oder DracoPlast® Fingerstrips elastic).

Speziell für Schnittwunden wurden die als Klammerpflaster bezeichneten Wundverschlussstreifen entwickelt (zum Beispiel Dermaplast® Medical Schnitt- und Platzwunden oder GoTa-Por® Wundnahtstreifen). Sie werden folgendermaßen verwendet:

  • Wunde reinigen
  • Blutung mit steriler Kompresse stillen
  • Haut um die Wunde trocknen
  • Wundrand vorsichtig zusammendrücken
  • Einen oder mehrere Streifen quer zur Wunde aufkleben Wundauflage aufbringen und befestigen.

Weitere trockene Wundauflagen sind Kompressen, die mit einer Mullbinde fixiert werden. Sie sollten steril sein, um die Wunde nicht unnötig mit Keimen zu belasten. Kompressen bestehen aus Verbandmull (zum Beispiel Gazin® oder DracoFix®) oder Vlies mit Zellstoffkern (zum Beispiel Zetuvit® oder Zemuko®) und müssen mit einer Fixierbinde befestigt werden. Zur Erstversorgung eignen sich Verbandpäckchen, bei denen die Wundauflage schon an der Mullbinde angebracht ist.

Feuchte Wundversorgung. Vor allem bei größeren oder nässenden Schürfwunden ist eine feuchte, wasserregulierende (sogenannte hydroaktive) Wundauflage hilfreich. Die in diesen Wundauflagen verwendeten Substanzen (Hydrogele, Alginate, Hydrokolloide) bilden ein Gel, das je nach Zusammensetzung Wundsekrete aufsaugt und für ein feuchtes Wundklima sorgt. Letzteres verbessert die Heilung und bewirkt, dass auch die Immunzellen in der Wunde gut arbeiten können. Vorteil der feuchten Wundauflage ist zudem, dass sie nicht mit der Wunde verklebt. Somit ist der Verbandswechsel nicht nur schmerzfrei, beim Abziehen der Auflage wird das neu gebildete Gewebe auch nicht wieder zerstört. Zur Selbstmedikation stehen feuchte Wundauflagen mit Hydrogelen, Hydrokolloiden oder Polyurethan-Gel in Pflasterform zur Verfügung.

  • Hydrogele wie zum Beispiel GoTac® HydroGel Pflaster oder Ratioline® Protect Gelpflaster eignen sich vor allem für trockene Wunden, da sie sehr viel Feuchtigkeit spenden, aber wenig Sekret aufnehmen können. Sie haben einen Kleberand und müssen faltenfrei aufgeklebt werden.
  • Polyurethan-Gel wie zum Beispiels Hansaplast ® Sschnelle Heilung erzeugen ein feuchtes Milieu und sind für wenig nässende Wunden geeignet.
  • Hydrokolloide spenden Flüssigkeit und saugen Sekrete auf, sie eignen sich deshalb sowohl für trockene als auch für nässende Wunden. Beispiele sind Blasen-, Hornhaut- und Herpespflaster sowie Dermaplast® Medical Schürfwunden für Schürfwunden. Hydrokolloidgele bilden mit dem Wundsekret ein gelbliches Sekret, das ähnlich wie Eiter aussieht und riecht, aber kein Eiter ist.

Sprühpflaster. Für kleine, oberflächliche Schnitt- und Schürfwunden, die nicht bluten oder nässen, ist ein Sprühpflaster gut geeignet. (zum Beispiel Flint® Sprühpflaster oder Urgo® Sprühpflaster). Sie sorgen für einen wasserfesten, flexiblen und atmungsaktiven Schutzfilm, der sich nach Tagen von selbst auflöst und nicht entfernt werden muss. Nachteil des Sprühpflasters ist, das es keinen mechanischen Schutz durch Polsterung vermittelt - Vorteil, dass man auch schwer zugängliche Stellen gut erreicht. 

Und was ist mit Silber?

Silber wirkt antibakteriell, weshalb es in der klinischen Versorgung komplizierter Wunden häufig angewendet wird. Inzwischen gibt es auch für die Selbstmedikation Wundauflagen mit Silberionen (zum Beispiel Hansaplast® MED Sensitive Pflaster). Im Falle einer infizierten Wunde sollte Experten zufolge aber nicht einfach ein Silber-Pflaster aufgeklebt, sondern die Wunde unbedingt von einem Arzt begutachtet werden. Der kann dann entscheiden, ob eine Wundauflage mit Silber-Ionen zu empfehlen ist. Bei einfachen Bagatellverletzungen reicht in der Regel eine normale Wunddesinfektion und eine der oben genannten trockenen oder feuchten Wundauflagen aus.

Quelle: Karin Krämer, DAZ 2018, Nr. 40, S. 36;