22.10.2019

Lungenentzündung bei Senioren

Die Lungenentzündung ist die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit in Deutschland. Vor allem bei älteren Menschen kann sie gefährlich verlaufen. Wie Sie sich am besten schützen.... [ mehr lesen ]

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22.10.2019

Lungenentzündung bei Senioren

Die Lungenentzündung ist die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit in Deutschland. Vor allem bei älteren Menschen kann sie gefährlich verlaufen. Wie Sie sich am besten schützen.

Hohes Risiko für Menschen mit schwachem Immunsystem

Etwa 800.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an einer Lungenentzündung – Erkrankungen im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts nicht eingerechnet. „Die Lungenentzündung gehört klar zu den Volkskrankheiten. Jedes Jahr werden mit dieser Diagnose mehr Menschen ins Krankenhaus eingeliefert als nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. „Zehn Prozent der Betroffenen müssen sogar auf der Intensivstation behandelt werden.“
Gefährlich wird die Infektionskrankheit vor allem Menschen mit schwachem Immunsystem – also älteren Personen über 60 Jahre, aber auch kleinen Kindern. Personen mit Diabetes mellitus, chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen oder neurologischen Störungen gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. Eine besondere Gefahr besteht darin, die Krankheit zu verschleppen – zum Beispiel, weil die grippeähnlichen Symptome (Fieber, Schüttelfrost, Husten) zu spät richtig zugeordnet werden oder die Krankheit atypisch verläuft. Bei Verdacht sollten Betroffene frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Grippe- und Pneumokokken-Impfung beugt Lungenentzündung vor

Wer sich impfen lässt, senkt das Erkrankungsrisiko bereits deutlich: „80 Prozent der Lungenentzündungen gehen auf Bakterien zurück, gegen die man sich gut schützen kann“. Die Medizinerin empfiehlt deshalb gerade für ältere Menschen eine Pneumokokken-Impfung. Dennoch ist unter Senioren zwischen 65 und 79 Jahren nicht einmal jeder dritte gegen Pneumokokken geimpft. Zusätzlich ist eine Grippe-Impfung sinnvoll: Die Grippe schwächt nämlich das Immunsystem, was die Ausbreitung von Pneumokokken begünstigt.

Daneben hilft ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung, das Immunsystem gefährdeter Personen zu stärken und dadurch Erreger unschädlich zu machen.

Quelle: Barmer

21.10.2019

Jetzt zur Grippeimpfung?

Wer schon einmal eine echte Grippe (Influenza) hatte, weiß: Sie ist mehr als nur eine starke Erkältung. Durch das plötzliche hohe Fieber, die starken Kopf- und Gliederschmerzen und das ausgeprägte Krankheitsgefühl müssen Betroffene häufig für längere Zeit das Bett hüten. Die Grippeimpfung klingt für viele deshalb verlockend. Doch ist sie wirklich sinnvoll und wann ist die beste Zeit zum Impfen?... [ mehr lesen ]

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21.10.2019

Jetzt zur Grippeimpfung?

Wer schon einmal eine echte Grippe (Influenza) hatte, weiß: Sie ist mehr als nur eine starke Erkältung. Durch das plötzliche hohe Fieber, die starken Kopf- und Gliederschmerzen und das ausgeprägte Krankheitsgefühl müssen Betroffene häufig für längere Zeit das Bett hüten. Die Grippeimpfung klingt für viele deshalb verlockend. Doch ist sie wirklich sinnvoll und wann ist die beste Zeit zum Impfen?

Influenzaviren verändern sich rasant

Mit der kalten Jahreszeit startet auch die alljährliche Grippewelle. Häufig entstehen heftige Grippe-Epidemien mit bis zu 650 000 Todesfällen weltweit. Über die Grippeimpfung wird dennoch diskutiert – denn Influenzaviren verändern sich ständig, sodass der Impfstoff oft gar nicht vor den aktuellen Stämmen schützt. So entstehen hohe Unterschiede in der Schutzwirkung, die zwischen 50 % und 80 % liegen.

Impfung für Menschen mit schwächerem Immunsystem besonders wichtig

Die Impfstoffzusammensetzung wird deshalb jährlich angepasst und basiert auf den aktuell zirkulierenden Grippeviren. Diese werden kontinuierlich von Referenzlaboratorien der ganzen Welt untersucht und an die WHO gemeldet.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung vor allem Menschen, denen im Fall einer Grippe schwere Verläufe drohen:

  • Menschen über 60 Jahren
  • Schwangeren ab dem 4. Schwangerschaftsmonat
  • Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einer Grunderkrankung oder einem geschwächten Immunsystem

Außerdem ist eine Impfung für medizinisches Personal sinnvoll, da dieses durch den engen Patientenkontakt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko hat oder selbst leicht zum Überträger wird. Denn obwohl eine Impfung nicht jede Grippe-Erkrankung verhindert, halbiert sie zumindest das Erkrankungs-Risiko. Erkranken geimpfte Personen dennoch an der Influenza, verläuft diese bei ihnen meist milder und mit weniger Komplikationen.

Impfen vor der Grippewelle

Impfen sollte man am besten noch vor der Grippesaison, also im Oktober oder November – denn bis der volle Impfschutz einsetzt, vergehen etwa 10–14 Tage. Eine Wiederholung der Grippeimpfung ist in dieser Saison dann nicht mehr nötig.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Robert Koch-Institut

19.10.2019

Gute Tipps für guten Schlaf

Für viele Deutsche ist die Nacht ein Alptraum: Sie schlafen nicht ein oder wachen immer wieder auf, grübeln stundenlang und fühlen sich am nächsten Tag wie gerädert. Die gute Nachricht: Nur in den wenigsten Fällen steckt eine körperliche Erkrankung hinter der gestörten Nachtruhe. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Schlafhygiene zu besserem Schlaf verhilft, welche Tipps bei Schichtarbeit günstig sind und welche rezeptfreien Einschlafhilfen Ihr Apotheker empfiehlt.... [ mehr lesen ]

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19.10.2019

Gute Tipps für guten Schlaf

Für viele Deutsche ist die Nacht ein Alptraum: Sie schlafen nicht ein oder wachen immer wieder auf, grübeln stundenlang und fühlen sich am nächsten Tag wie gerädert. Die gute Nachricht: Nur in den wenigsten Fällen steckt eine körperliche Erkrankung hinter der gestörten Nachtruhe. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Schlafhygiene zu besserem Schlaf verhilft, welche Tipps bei Schichtarbeit günstig sind und welche rezeptfreien Einschlafhilfen Ihr Apotheker empfiehlt.

Schlechter Schlaf hat üble Folgen

Die deutsche Schlafqualität lässt zu wünschen übrig. Jeder Dritte schläft schlecht, und jeder zehnte Erwerbstätige gibt an, unter Schlafstörungen zu leiden - so lauten die Ergebnisse einer Studie der Krankenkassen. Doch Ein- und Durchschlafstörungen sind nicht nur lästig, sie haben auch spürbare Folgen. Wer nachts keine Erholung findet, ist tagsüber weniger leistungsstark und leicht reizbar. Auch gesundheitliche Probleme drohen, denn schlechter Schlaf fördert die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Demenz und Diabetes.

Hinweis: Nehmen Sie Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter. Suchen Sie frühzeitig Rat bei Ihrem Apotheker oder Arzt, damit es gar nicht erst zu gesundheitlichen Folgeproblemen kommt.

Selbsthilfe durch Schlafhygiene

Stecken weder Erkrankungen noch Medikamente hinter den Schlafproblemen, ist es sinnvoll, die eigene Schlafhygiene zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Folgende Maßnahmen fördern das Einschlafen und verbessern den Schlaf:

  • Trinken Sie 3 – 4 Stunden vor der Schlafenszeit keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Cola oder schwarzen Tee • Vermeiden Sie abends schwere Mahlzeiten, um Ihr Verdauungssystem zu entlasten und auf die Nachtruhe vorzubereiten.
  • Mäßigen Sie sich beim Alkoholkonsum! Alkohol macht zwar müde, vermindert aber die wichtigen Tiefschlafphasen.
  • Seien Sie tagsüber aktiv und verringern Sie Ihre körperliche Aktivität zum Abend hin, damit der Körper in den Ruhemodus schalten kann.
  • Verringern Sie zum Abend hin auch die Internetaktivität und den Fernsehkonsum. Besonders wichtig: Vermeiden Sie beim abendlichen Fernsehen den Blick auf einen zweiten Bildschirm. Parallelnutzung von Laptop und TV überanstrengt das Gehirn und stört die Vorbereitung auf die Nachtruhe.
  • Schaffen Sie Rituale: Gehen Sie immer zum gleichen Zeitpunkt ins Bett und stehen Sie auch möglichst immer zur gleichen Zeit auf. Gehen Sie auf keinen Fall zu früh ins Bett, um Schlaf „aufzuholen“ - auch wenn Sie noch vom Vortag gerädert sind.
  • Optimieren Sie die Schlafumgebung. Am besten sind Raumtemperaturen zwischen 16 und 18°C, ein ruhiges, dunkles Zimmer und eine gute Matratze.
  • Verzichten Sie auf Mittagsschlaf. Wenn nötig, machen Sie einen Kurzschlaf von 20 Minuten (einen sogenannten Power-Nap), aber unbedingt vor 15 Uhr. Zu lange Ruhezeiten unter Tag sorgen nur dafür, dass der Schlafdruck geringer wird und erhöht die Chance, dass Sie abends nicht einschlafen.
  • Nehmen Sie den Druck raus: Schauen Sie nachts nicht auf Uhren oder Wecker, um dann über verbleibende Schlafzeiten zu grübeln.

Tipp: Ein erholsamer Nachtschlaf besteht aus vier bis sechs 90minütigen Schlafzyklen, die von Einschlaf- über Tiefschlafphase bis zur Traumphase reichen. Stellen Sie Ihren Wecker auf eine Aufwachzeit, die ein Vielfaches von 90 Minuten ist. So wird verhindert, dass der Wecker Sie im Tiefschlaf weckt.

Wenn Erkrankungen oder Medikamente den Schlaf stören

Manchmal führen chronische Schmerzen oder Erkrankungen wie Epilepsien, die obstruktive Schlafapnoe oder Herzerkrankungen zu schlechtem Schlaf. Auch Medikamente können die Nachtruhe erheblich stören. Dazu gehören beispielsweise

  • Demenzmedikamente wie Piracetam
  • Antriebssteigernde Antidepressiva wie SSRI
  • Medikamente gegen hohen Blutdruck wie zum Beispiel Betablocker
  • Medikamente gegen Asthma wie Theophyllin oder Beta-Sympathomimetika
  • Hormonpräparate wie Kortison oder Schilddrüsenhormone.

Liegen der Schlafstörung körperliche Erkrankungen oder die Nebenwirkungen einer Medikamenteneinnahme zugrunde, ist der Arzt gefragt. Er kontrolliert z. B. die Therapie einer chronischen Erkrankung oder prüft, ob ein angeschuldigtes Medikament ausgetauscht oder anders dosiert werden kann. Stören etwa wassertreibende Mittel die Nachtruhe hilft oft schon, ihre Einnahme auf morgens zu schieben.

Tipps für Schichtarbeiter

Schichtarbeit belastet den Organismus und stellt die Betroffenen vor eine Reihe von Problemen. Sie müssen sich nachts wachhalten, um zu arbeiten und tagsüber ihren Erholungsschlaf nachholen. Folgende Tipps sollen Schichtarbeitern helfen:

  • Die günstige Reihenfolge der Schichten für den Organismus ist der Rhythmus Früh-Spät-Nachtschicht. Wie viele Tage pro Schicht sinnvoll sind, unterscheidet sich individuell. Viele Schichtarbeiter empfinden 10 – 12 Tage pro Schicht als die beste Variante.
  • Kurze Nickerchen von etwa 20 Minuten vor oder während einer Nachtschicht senken die Schläfrigkeit, verbessern das Reaktionsvermögen und stören den späteren Erholungsschlaf nicht.
  • Um die (aufmunternde) Wirkung des hellen Sonnenlichts auf die innere Uhr zu vermeiden, empfiehlt es sich, im Sommer beim Nachhauseweg von der Nachtschicht eine Sonnenbrille zu tragen.
  • Koffein eine halbe Stunde vor Beginn der Nachtschicht (4 mg/kg) vermindert die Schläfrigkeit in der Nacht. 4 Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen sollten Sie dagegen kein Koffein mehr zu sich nehmen, um den späteren Schlaf nicht zu stören.
  • Vorsicht mit Schlafmitteln: Sie können zwar den Schlaf tagsüber verbessern, wirken aber oft über 8 Stunden hinaus (das nennt man Hangover) und verschlechtern dadurch Reaktionsvermögen und Leistungsfähigkeit während der folgenden Nachtschicht.
  • Stellen Sie Klingel und Telefon ab, wenn Sie tagsüber schlafen.
  • Weißes Rauschen, z. B. ein Ventilator oder ein auf hohe Frequenzen gestelltes Radio, überdeckt Außengeräusche und unterstützt das Einschlafen.

Einschlafhilfen aus der Apotheke

Führen die oben genannten Tipps nicht zum Erfolg, können Arzneimittel aus der Apotheke den Schlaf unterstützen. Zur kurzzeitigen Therapie stehen die H1-Antihistaminika Diphenhydramin (zum Beispiel in Betadorm®, Dormutil® oder Vivinox®sleep) und Doxylamin (zum Beispiel in Hoggar®night, Schlafsterne® oder Schlaftabs®ratiopharm) zur Verfügung. Beide Wirkstoffe sind etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen einzunehmen. Generell sollen sie nicht länger als zwei Wochen angewendet werden, da es zu einer Gewöhnung kommt und die Schlafarchitektur verändert wird. Wird die Einnahme dieser Präparate beendet, muss dies schrittweise passieren, da bei abruptem Absetzen verstärkt Schlafstörungen auftreten.

Diphenhydramin und Doxylamin haben zudem eine ganze Palette von Nebenwirkungen, die von Konzentrationsstörungen und Benommenheit über Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Blutbildveränderungen reichen. Verboten sind H1-Antihistaminika bei akutem Asthma, Grünem Star (Engwinkelglaukom), Epilepsie und Prostatavergrößerung, aber auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.

Hinweis: Antihistaminika wirken lange: Planen Sie daher bei ihrer Einnahme immer eine genügend lange Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden ein, da es sonst zu einem Hangover (einer bis über den nächsten Morgen hinauswirkenden Müdigkeit) kommt.

Baldrian & Co.

Auch Pflanzenkraft soll Schlaflose in Morpheus Arme sinken lassen. So empfiehlt zum Beispiel die Europäische Arzneimittelbehörde traditionelle Extrakte aus Baldrian, Melisse und Passionsblume zur Anwendung bei Schlafstörungen. In klinischen Studien konnten pflanzliche Präparate bisher jedoch nicht 100%ig überzeugen.

Da Baldrian & Co. keinen Hangover verursachen und zudem gut verträglich sind, ist es durchaus einen Versuch wert, den Schlaf damit zu fördern. Für eine einschläfernde Wirkung muss Baldrian allerdings hoch genug dosiert sein, Mindestmenge sind 400 mg Trockenextrakt pro Tablette oder Kapsel. Ganz wichtig bei pflanzlichen Einschlafhelfern ist auch die Geduld, denn ihre Wirkung entfaltet sich erst Tage bis Wochen nach täglicher Einnahme.

Wer möchte, kann es bei Schlafstörungen auch mit Einnahme der Aminosäure Tryptophan probieren. Tryptophan wird im Gehirn zu Melatonin und Serotonin verstoffwechselt und soll gegen leichte Depressionen und Schlafstörungen helfen. Zwar ist die schlaffördernde Wirkung von Tryptophan umstritten, aber immerhin stört die Einnahme die Schlafphasen nicht und führt auch nicht zu einer Gewöhnung. Tryptophan soll 30 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen werden, die Anwendungsdauer beschränkt sich auf 4 Wochen. Nicht empfohlen wird Tryptophan bei Leber- und Nierenerkrankungen, außerdem darf es nicht mit Medikamenten kombiniert werden, die den Serotoninspiegel erhöhen (Antidepressiva vom SSRI-Typ oder MAO-Hemmer).

Tipp: Wenn Nervosität und innere Unruhe die Ursache Ihrer Schlafstörungen sind, lohnt sich auch ein Versuch mit Lavendelöl (z. B. Lasea®). Lavendelöl ist zwar kein Schlafmittel, beruhigt und entspannt aber und wirkt damit positiv auf die Schlafqualität ein.

Wenn alles nichts nützt …

Helfen weder Schlafhygiene noch rezeptfreie Medikamente, steht der Gang zum Arzt an. Er kann mit dem Betroffenen gemeinsam entscheiden, ob vielleicht psychotherapeutische Maßnahmen wie eine kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll sind oder doch eine kurzfristige Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einleiten. Zur Verfügung stehen zum Beispiel Benzodiazepine, die sogenannten Z-Substanzen Zopiclon und Zolpidem, antriebshemmende Antidepressiva oder sedierende (einschläfernde) Neuroleptika. Auch hierbei ist aber nicht zu vergessen: Basistherapie bei nicht-organischen Schlafstörungen ist und bleibt die Verbesserung der Schlafhygiene.

Quelle: Andrea Fuchs, DAZ 2019, Nr. 36, S. 40

18.10.2019

Gefahr durch verschleppte Infekte

Mit Infekten ist nicht zu spaßen. Denn selbst vermeintlich banale Erkrankungen können zu einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung führen. Wie man sich im Krankheitsfall richtig verhält.... [ mehr lesen ]

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18.10.2019

Gefahr durch verschleppte Infekte

Mit Infekten ist nicht zu spaßen. Denn selbst vermeintlich banale Erkrankungen können zu einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung führen. Wie man sich im Krankheitsfall richtig verhält.

Beschwerden bei Herzmuskelentzündung oft unspezifisch

In der nasskalten Jahreszeit verbreiten sich Viren und Bakterien besonders gut. Vor allem bei fiebrigen Infekten wie einer Grippe kann es – oft unbemerkt – zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Zwar verläuft die unter Medizinern als Myokarditis bekannte Erkrankung meist harmlos, körperliche Anstrengung stellt für das Herz in einer solchen Situation aber eine enorme Belastung dar. „Eine massive Herzschwäche kann die Folge sein, im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod“, warnt Herzspezialist Dr. Michael Böhm.
Besonders häufig verursachen Viren eine Herzmuskelentzündung – zum Beispiel im Rahmen einer Grippe. Aber auch Bakterien, Pilze oder Autoimmunerkrankungen können die Krankheit hervorrufen. Da die Entzündungssymptome sehr unspezifisch sind, fällt die Diagnose oft schwer. Typisch sind unter anderem Schwächegefühl, Luftnot, Herzrhythmusstörungen oder Schmerzen in der Brust, die einem Herzinfarkt ähneln. Treten die Beschwerden in Folge eines Infekts auf, sollte umgehend der Hausarzt oder ein Kardiologe aufgesucht werden.

Bei Erkrankung sechs Monate lang konsequent schonen

„Grundsätzlich sollte man bei einer Grippe und anderen viralen oder bakteriellen Infektionen mit Sport und anderen körperlichen Belastungen auf jeden Fall warten, bis Fieber und andere Symptome wie Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt“, rät Böhm. Liegt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Herzmuskelentzündung vor, braucht es konsequente Schonung – das heißt: sechs Monate lang keine körperliche Belastung in Beruf oder Freizeit. Daneben unterstützen ACE-Hemmer und Betablocker das geschwächte Herz.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

17.10.2019

Hantaviren auf dem Vormarsch

In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.... [ mehr lesen ]

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17.10.2019

Hantaviren auf dem Vormarsch

In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.

Brennpunkte Bayern, Baden-Württemberg, Münsterland

Über 1200 Hantavirus-Erkrankungen wurden dieses Jahr schon gemeldet, ein infizierter Mann ist sogar verstorben, teilt das RKI mit. Gut zwei Drittel der Fälle traten in Bayern oder Baden-Württemberg auf. Ein besonders hohes Infektionsrisiko findet sich auf der Schwäbischen Alb, im Bayerischen Wald, im Spessart und in Unterfranken, weitere Brennpunkte sind das Münsterland und Osnabrück.

Rötelmaus als Überträger

Hantaviren werden von Nagetieren wie Ratten und Mäuse übertragen. In Deutschland sind vor allem Rötelmäuse für die Verbreitung der Erreger zuständig. Sie scheiden die Viren über ihren Urin, den Kot und den Speichel aus. Meist werden Hantaviren über den Staub eingeatmet, allerdings kann sich der Mensch auch durch einen Mäusebiss oder kontaminierte Lebensmittel anstecken.

Je nach Virustyp verläuft die Erkrankung unterschiedlich schwer, in Deutschland heilt die Erkrankung meist folgenlos aus. Fieber, grippeähnliche Beschwerden und Bauchschmerzen sind häufig, manchmal kommt es auch zu einer Einschränkung der Nierenfunktion und Blutungen. Eine spezielle Therapie bei Hantavirus-Infektion gibt es nicht, die Erkrankten werden symptomatisch behandelt, in schweren Fällen ist eine Intensivtherapie nötig.

Mäuse-Kot meiden

Eine Impfung gegen Hantaviren ist nicht verfügbar. Die einzige mögliche Prävention besteht darin, den Kontakt zu Mäusen und ihren Ausscheidungen zu meiden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für gibt dafür folgende Tipps:

  • Mäuse und Ratten in Wohnungen und Wohngebäuden bekämpfen. Besonders Keller, Dachboden und Nebenräume wie Garagen und Schuppen werden gerne von Mäusen besiedelt.
  • Lebensmittel und Tierfutter fest verschlossenen aufbewahren.
  • Nistmöglichkeiten für Mäuse einschränken, in dem Abfall und Sperrmüll nicht offen gelagert und rasch entsorgt werden; auf Komposthaufen dürfen keine Fleisch- und gekochten Essensreste, denn diese ziehen Ratten und Mäuse an.
  • Beim Fegen oder Reinigen von Scheunen und Schuppen keinen Staubsauger verwenden (welcher viel Staub aufwirbelt), stattdessen Staubschutzmasken und Handschuhe tragen.
  • Mäuse-Kot feucht entfernen und die Putztücher danach entsorgen.
  • Tierkadaver in Plastiktüten stecken, Plastiktüten verknoten und in den Hausmüll geben.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien Hände gründlich waschen.

Quellen: Ärztezeitung, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

16.10.2019

Waschmaschine verbreitet Bakterien

Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.... [ mehr lesen ]

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16.10.2019

Waschmaschine verbreitet Bakterien

Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.

Rätselhafter Keim auf der Baby-Station

Über ein Jahr hinweg wurde auf der Neugeborenen-Station einer deutschen Kinderklinik wiederholt ein seltener aber aggressiver Keim gefunden. Insgesamt 13 Neugeborene waren von ihm besiedelt – doch die Babys hatten Glück: Obwohl es sich bei dem Erreger um einen antibiotika-resistenten und lebensgefährlichen Klebsiella-Typ handelte, entwickelte keines der betroffenen Kinder eine Infektion. Da das Bakterium jedoch trotz strenger Hygienevorkehrungen immer wieder auftauchte und die Quelle nicht gefunden werden konnte, zogen die Ärzte schließlich das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uniklinik Bonn hinzu.

Waschmaschine steckte dahinter

Zunächst fanden die Bonner Hygieniker heraus, dass weder Eltern noch Pflegepersonal Träger des seltenen Keims waren. Bei umfangreichen hygienetechnischen Untersuchungen des weiteren Umfelds wurden sie schließlich im Keller der Kinderklinik fündig. An Spülfach und Türgummi einer (handelsüblichen) Waschmaschine, in der handgestrickte Mützchen und Söckchen der Neugeborenen bei niedrigen Temperaturen gewaschen worden waren, fanden sie den Keim. Nach Ausrangieren des Gerätes war es mit dem Keimspuk zu Ende – das aggressive Klebsiella-Bakterium tauchte bei zahlreichen Kontrollen im Krankenhaus nirgendwo mehr auf.

Normalerweise sind in Kliniken spezielle Waschmaschinen und -verfahren im Einsatz, die durch hohe Temperaturen und Desinfektionsmittel die Verbreitung von Krankheitserregern verhindern. Mit Hilfe dieses seltenen Einzelfalles ist aber klar geworden, dass durch das Waschen mit herkömmlichen Waschmaschinen durchaus Keime über die Wäsche auf Menschen übertragen werden können, betont Daniel Exner, Hygienebeauftragter der Uniklinik Bonn.

Übertragung auch zu Hause möglich

Dies ist vor allem in Zeiten von Bedeutung, in denen Energie eingespart und in Privathaushalten gerne mit niedrigen Temperaturen von 30 oder 40° C gewaschen wird. Für Gesunde ist es in der Regel kein Problem, wenn einige Keime diese Waschgänge überstehen. Problematisch wird es jedoch, wenn es um Menschen mit offenen Wunden, Blasenkathetern oder eitrigen Infektionen geht. Hier empfiehlt der Hygieneexperte, um eine Übertragung gefährlicher Bakterien zu vermeiden, die Wäsche mit mindestens 60°C zu waschen.

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft