23.08.2019

Entspannung für Pflegende

Sie ist keine Nebentätigkeit, sondern wird schnell zur 24-Stunden-Schicht – die Betreuung kranker Angehöriger. Doch nur wer bewusst Augenblicke der Entspannung einplant, ist den Anforderungen langfristig gewachsen.... [ mehr lesen ]

×

23.08.2019

Entspannung für Pflegende

Sie ist keine Nebentätigkeit, sondern wird schnell zur 24-Stunden-Schicht – die Betreuung kranker Angehöriger. Doch nur wer bewusst Augenblicke der Entspannung einplant, ist den Anforderungen langfristig gewachsen.

Zeit zur Entspannung einplanen

Im kräftezehrenden Alltag verlieren Pflegende schnell ihre eignen Bedürfnisse aus den Augen. „Das ist fatal, denn für die Pflege benötigt man viel Stärke, und die Zeit, um diese zu schöpfen, muss man sich unbedingt nehmen“, warnt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER.
„Nur von den Reserven zu leben, geht nicht lange gut“, mahnt Jakob-Pannier. Stattdessen empfiehlt sie, kurze Pausen in die tägliche Pflegeroutine einzuplanen – zum Beispiel, wenn der Pflegebedürftige schläft. Bereits kleine Unterbrechungen spenden Kraft und frische Impulse. „Ideal ist es, wenn die Pause tatsächlich von Ruhe und Stille geprägt ist“, erklärt Jakob-Pannier. „Das gelingt am besten durch einfaches Nichtstun.“

Hobbies weiterpflegen

Wer kranke Angehörige betreut, hat zumeist keine Zeit für Hobbies. Doch diese ganz persönlichen Kraftquellen sind notwendig, dass sich der Pflegende nicht selbst verliert. „Hobbys tragen enorm zur Entspannung bei, was wiederum zu Stressabbau und Ausgeglichenheit führt“, berichtet Jakob-Pannier. „Pflegende Angehörige sollten sich diese Auszeit daher bewusst gönnen.“

Erfolge in den Vordergrund stellen

Am Ende des Tages erinnern sich Pflegende häufig an Misserfolge und Versäumnisse. Jakob-Pannier ermutigt dazu, die eigenen Stärken in den Vordergrund zu stellen, sich auf positive Erlebnisse zu konzentrieren und ruhig auch einmal selbst zu loben.

Hilfe für Pflegende

Mehr Zeit für Entspannung und Hobbies finden Pflegende dank dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz. Die seit 2016 geltende Gesetzesänderung erhöht neben dem Pflegegeld auch die Zuschüsse für Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege. Damit sichert sie den Pflegenden die wichtigste Kraftressource: Zeit.

Quelle: Barmer GEK

22.08.2019

Pflanzenkost schützt vor Diabetes

Vegetarier haben ein geringeres Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das gilt jedoch vor allem für Fleischvermeider, die ein vernünftiges Gewicht halten und sich den Bauch nicht mit Reis und Nudeln vollstopfen.... [ mehr lesen ]

×

22.08.2019

Pflanzenkost schützt vor Diabetes

Vegetarier haben ein geringeres Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das gilt jedoch vor allem für Fleischvermeider, die ein vernünftiges Gewicht halten und sich den Bauch nicht mit Reis und Nudeln vollstopfen.

Aufnahme von Zucker verlangsamt

Pflanzliche Kost ist reich an Ballaststoffen, und Ballaststoffe verlangsamen im Darm die Aufnahme von Zucker. Das wiederum soll sich positiv auf die Insulinempfindlichkeit auswirken und die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes verhindern. Ob diese Vermutung stimmt, haben jetzt amerikanische Forscher durch Analyse von 9 Studien an über 300 000 Erwachsenen untersucht.

Risiko deutlich gesenkt

In der Tat ging die pflanzenbasierte vegetarische Kost in allen 9 Studien mit einem selteneren Auftreten des Typ-2-Diabetes einher, bei 7 Studien war das Ergebnis signifikant. Vegetarier haben demnach ein 47% geringeres Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken als Menschen, die sich mit einer Mischkost ernähren, rechnen die Forscher vor. In 5 Studien ließ sich sogar ein Dosis-Wirkungs-Verhältnis nachweisen: Je höher der pflanzliche Anteil war, desto seltener erkrankten die Teilnehmer an Diabetes.

Liegt´s am Gewicht?

Ein großer Teil der Schutzwirkung hängt allerdings mit dem Gewicht zusammen. So wurde schon in anderen Studien nachgewiesen, dass Übergewicht die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes stark beeinflusst. Deshalb haben die Forscher bei ihrer Analyse zusätzlich die Body-Mass-Angaben der Teilnehmer analysiert. Doch auch Übergewichtige scheinen von der Schutzwirkung durch die pflanzliche Kost zu profitieren: Das Risiko, an einem Diabetes zu erkranken, war bei Analyse dieser 9 Studien unabhängig vom Gewicht immerhin noch um 23% reduziert.

Fleischverzicht schützt nicht automatisch

Vegetarier haben somit ein geringeres Diabetes-Risiko – der Effekt ist aber vor allem bei Normalgewichtigen besonders groß. Wer seinen Bauch statt mit Fleisch mit Reis und Nudeln füllt, entwickelt leicht einen „Rice-Belly“ (Reisbauch) und reduziert die pflanzliche Schutzwirkung. Negativbeispiel ist Indien: In diesem Land mit der weltweit höchsten Vegetarier-Rate wuchs mit dem Wirtschaftsaufschwung auch der Bauchumfang. Und der soll dafür verantwortlich sein, dass inzwischen auch in Indien der Typ-2-Diabetes grassiert.

Quelle: Ärzteblatt

21.08.2019

Hitze verändert Medikamentenwirkung

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?... [ mehr lesen ]

×

21.08.2019

Hitze verändert Medikamentenwirkung

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?

Verstärkte Wirkung, neue Nebenwirkungen

Vermindertes Durstgefühl und Blutdrucksenkung sind nur zwei der kritischen Nebenwirkungen, die manche Medikamente an heißen Tagen verursachen. Dabei kann es sich um die Verstärkung einer ursprünglich erwünschten therapeutischen Wirkung (bei den Blutdrucksenkern) oder um andere, bisher beim Patienten nicht beobachtete Nebenwirkungen handeln. Mit welchen unerwünschten Wirkungen man in Zeiten großer Hitze rechnen muss und welche Medikamente diese verursachen, hat die Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit aufgelistet:

  • Verstärktes Hitzegefühl: Triptane (Migränemittel), Duloxetin (Mittel gegen Inkontinenz und neuropathische Schmerzen), Cyproteron (Androgenblocker, z. B. gegen Akne), Sertralin und Venlafaxin (Antidepressiva) oder Topiramat (Antiepileptikum)
  • Reduzierte Wahrnehmung einer Hitzeerschöpfung durch Sedierung: Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine, manche Antihistaminika (Medikamente gegen Allergien), Antiepileptika oder auch dämpfende Antidepressiva
  • Erschöpfung durch verringerte Herzleistung: Betablocker
  • Verringertes Durstgefühl: Parkinsonmittel, ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) und Neuroleptika
  • Verringertes Schwitzen und Erhöhung der Körpertemperatur: Amitriptylin (Antidepressivum), Oxybutynin (Mittel gegen Inkontinenz), Procyclidin (Medikament gegen Parkinson), Topiramat (Antiepileptikum) oder Chlorpromazin (Neuroleptikum)
  • Blutdrucksenkung: Blutdrucksenker wie z. B. Betablocker, Sartane oder ACE-Hemmer, trizyklische Antidepressiva und gefäßerweiternde Medikamente zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit wie Kalziumantagonisten oder Nitrate
  • Austrocknen oder Störung des Elektrolythaushaltes: Abführmittel, Wassertabletten (Diuretika)

Spezialfall Pflaster

Manche Wirkstoffe werden in Form von Pflastern verabreicht. Wird es jedoch heiß und die Durchblutung der Haut nimmt zu, steigt auch die Menge des aufgenommenen Wirkstoffs häufig um ein Vielfaches. Besonders kritisch ist das bei Schmerzpflastern mit Opiaten. Hier ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt gegensteuert und z. B. geringer dosierte Pflaster verordnet.

Nicht einfach selbst entscheiden!

Medikamente dürfen aber keinesfalls vom Patienten selbst angepasst werden, das ist Sache des behandelnden Arztes. Doch wer weiß, mit welchen Nebenwirkungen er bei Einnahme seiner Arzneimittel rechnen muss, kann diese schneller erkennen und Hilfe suchen. Außerdem ist es empfehlenswert, regelmäßig Blutdruck, Puls und gegebenenfalls auch den Blutzucker zu kontrollieren, um im Falle von Auffälligkeiten zum Arzt zu gehen.

Quelle: Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit

20.08.2019

Laufen lernen ohne Schuhe

Während rund 60 Prozent aller Erwachsenen an Fuß- und Haltungsschäden leiden, haben Babys und Kleinkinder fast durchweg noch gesunde Füße. Problematisch wird es, wenn sie Schuhe zu früh und in der falschen Größe tragen.... [ mehr lesen ]

×

20.08.2019

Laufen lernen ohne Schuhe

Während rund 60 Prozent aller Erwachsenen an Fuß- und Haltungsschäden leiden, haben Babys und Kleinkinder fast durchweg noch gesunde Füße. Problematisch wird es, wenn sie Schuhe zu früh und in der falschen Größe tragen.

Schuhe erst dann nötig, wenn sich Kinder draußen bewegen

Babyfüße mögen klein und zerbrechlich aussehen. Doch schon früh eignen sie sich für Belastungen wie das Laufenlernen. Das klappt am besten ganz ohne Stützmittel wie sogenannte „Lauflernschuhe“ – diese behindern sogar die gesunde Entwicklung der Füße, meint Kinder- und Jugendarzt Dr. Berthold Koletzko: „Schuhe hindern die Füße am Tasten und Greifen. Dadurch bleiben dem Kind wichtige sensorische Reize und Empfindungen und damit zusätzliche Wahrnehmungsimpulse für sein Gehirn vorenthalten. Schuhe braucht der Mensch nur zum Schutz gegen Kälte, Hitze und Verletzungen“.
Schuhe sind laut Koletzko erst angebracht, wenn ein Kind auch draußen auf eigenen Beinen vorankommen möchte. Hier bieten sich Kindern noch mehr Möglichkeiten als daheim, ihre motorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln: „Das Laufen über Unebenheiten kräftigt die Muskulatur, festigt das Knochengerüst, trainiert die Gleichgewichtsempfindung und macht damit den Gang sicherer“, erklärt der Mediziner.

Problematisch: falsche Schuhgröße

Wichtig ist das passende Schuhwerk für die Kleinen: Die Schuhe müssen biegsam sein und die passende Größe haben – sich also dem Fuß anpassen. Einlagen oder besonders festes Schuhwerk sind dagegen oft hinderlich. Besonders problematisch: Laut einer aktuellen Erhebung laufen über 40 Prozent aller Kinder in zu großen Schuhen herum. Ein möglicher Grund ist, dass Eltern versuchen, während des schnellen Wachstums der Kleinkindfüße eine Schuhgröße einzusparen. Allerdings bedeuten zu große Schuhe eine höhere Gelenkbelastung und einen möglicherweise veränderten Gang. Eltern sollten daher regelmäßig Schuhe in der passenden Größe nachkaufen.

Quelle: Stiftung Kindergesundheit

19.08.2019

Besser dicke Beine als dicker Bauch

Übergewicht erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch ganz so einfach ist das nicht. Bei Frauen nach der Menopause kommt es vor allem darauf an, wo die Fettpölsterchen sitzen. Hat sich das Fett an Bauch und Taille angesammelt, erhöht es auch bei Normalgewichtigen das Herz-Kreislauf-Risiko.... [ mehr lesen ]

×

19.08.2019

Besser dicke Beine als dicker Bauch

Übergewicht erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch ganz so einfach ist das nicht. Bei Frauen nach der Menopause kommt es vor allem darauf an, wo die Fettpölsterchen sitzen. Hat sich das Fett an Bauch und Taille angesammelt, erhöht es auch bei Normalgewichtigen das Herz-Kreislauf-Risiko.

Riskantes Übergewicht

Übergewicht hat eine ganze Reihe übler Folgen: erhöhte Blutfette, Arteriosklerose, Bluthochdruck, und schließlich Herzinfarkte und Schlaganfälle. Berechnet werden Übergewicht und Adipositas mit dem Body-Mass-Index (BMI). Dieser leicht zu ermittelnde Wert dient wiederum dazu, das übergewichtbedingte Herz-Kreislauf-Risiko abzuschätzen.

Doch zur Risikobewertung greift der BMI zu kurz, sagen Kritiker. Denn er unterscheidet nicht, wo die überzähligen Pfunde sitzen. Und das ist von großer Bedeutung: Immerhin soll gerade das Fett am Bauch gefährlich sein und z. B. eine Insulinresistenz verursachen können.

Dick ist nicht gleich dick

Den Einfluss der Körperfettverteilung auf die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankung untersuchten amerikanische Forscher jetzt anhand der Daten von 2683 postmenopausalen Frauen. Während der fast 18 Jahre andauernden Beobachtungsphase entwickelten 291 der ursprünglich gefäßgesunden Teilnehmerinnen eine koronare Herzkrankheit oder einen Schlaganfall.

Bei Analyse der im Studienverlauf 4 Mal gemessenen Körperfettverteilung der Frauen kam heraus, dass die Gesamtmasse an Fett (und damit auch Übergewicht und BMI) keinen Einfluss auf die Entwicklung der 291 Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatte. Ein Ergebnis, das auch nach Berücksichtigung gefäßrelevanter Faktoren wie Lebensstil, Rauchen und andere Erkrankungen stabil blieb.

Besonders riskant: Dicker Bauch und dünne Beine

Der BMI selbst konnte demnach das Risiko einer Herzkrankheit oder eines Schlaganfalls nicht vorhersagen. Stattdessen schlug aber die Verteilung der Pfunde zu Buche – auch bei Frauen mit normalem BMI: Je mehr Fett am Bauch und in der Taille saß, desto höher war das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Umgekehrt war das Herz-Kreislauf-Risiko bei den Frauen niedriger, bei denen das Körperfett vor allem in den Beinen steckte. Das größte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hatten schließlich Frauen mit dicken Bäuchen und dünnen Beinen, berichten die Forscher.

Quelle: European Heart Journal 

17.08.2019

So mildern Sie Knieschmerzen

Kniebeschwerden kommen im vorgerückten Alter oft vor: Jeder 4. über 60 plagt sich damit herum, Frauen trifft es dabei etwas häufiger als Männer. In vielen Fällen stecken Verschleißerscheinungen dahinter – die ärztliche Diagnose heißt „Kniegelenksarthrose“. Dabei schmerzt das Knie zunächst meist nur zu Beginn einer Bewegung oder bei langanhaltender Belastung. Mit der Zeit werden Treppensteigen und Bergabgehen beschwerlich und das Knie fühlt sich nach Ruhephasen steif an. Schließlich schmerzt das Knie auch nachts und in Ruhe, und die Bewegung wird immer schwieriger. In diesen Fällen hilft oft nur noch die Operation, also der Gelenkersatz.... [ mehr lesen ]

×

17.08.2019

So mildern Sie Knieschmerzen

Kniebeschwerden kommen im vorgerückten Alter oft vor: Jeder 4. über 60 plagt sich damit herum, Frauen trifft es dabei etwas häufiger als Männer. In vielen Fällen stecken Verschleißerscheinungen dahinter – die ärztliche Diagnose heißt „Kniegelenksarthrose“. Dabei schmerzt das Knie zunächst meist nur zu Beginn einer Bewegung oder bei langanhaltender Belastung. Mit der Zeit werden Treppensteigen und Bergabgehen beschwerlich und das Knie fühlt sich nach Ruhephasen steif an. Schließlich schmerzt das Knie auch nachts und in Ruhe, und die Bewegung wird immer schwieriger. In diesen Fällen hilft oft nur noch die Operation, also der Gelenkersatz.

Für die leichte oder mittelschwere Kniegelenksarthrose gibt es aber eine Reihe von Maßnahmen und Wirkstoffe, mit denen Sie den Verschleiß abmildern können. Dabei reichen rezeptfreie Präparate aus der Apotheke für die Behandlung oft aus.

Hinweis: Lassen Sie Ihre Knieschmerzen immer vom Arzt abklären! Denn außer Verschleißerscheinungen können auch eine rheumatische Erkrankung, Verletzungsfolgen oder Infektionen dahinterstecken, die eine spezielle Behandlung benötigen.

Akute Schmerzepisoden in den Griff bekommen

Gegen verschleißbedingte Knieschmerzen empfehlen die Experten zunächst, das Knie mit Schmerzgelen einzureiben, die nichtsteroidale Antirheumatika enthalten (NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen oder Felbinac). NSAR-Gele verbessern die Funktion des Kniegelenks und lindern die Arthroseschmerzen. Außerdem haben die Gele den Vorteil, dass die Wirkstoffe nur in geringen Dosen in die Blutbahn gelangen und daher kaum Nebenwirkungen verursachen. Zur Verfügung stehen zum Beispiel Diclo-ratiopharm®Schmerzgel, Voltaren®Schmerzgel, Thermacare®Schmerzgel oder Proff®Schmerzcreme.

Reicht das Einreiben mit Schmerzgelen nicht aus, gibt es NSAR auch als Tabletten zum Einnehmen (zum Beispiel Diclofenac Zentiva Filmtabletten, Dolormin®extra Filmtabletten oder Togal Naproxen Filmtabletten). Da NSAR die Magenschleimhaut schädigen können, sollte die Dosierung so niedrig wie möglich erfolgen. Bei Patienten mit empfindlichem Magen verschreibt der Arzt oft zusätzlich einen Magenschutz (zum Beispiel Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol) oder er verordnet einen für den Magen besser verträglichen Wirkstoff, ein sogenanntes Coxib wie Celecoxib oder Etoricoxib.

Hinweis: NSAR-Tabletten sind nicht zur Dauerbehandlung gedacht! Nehmen Sie diese nur ein, so lange der Schmerz akut ist. Falls unter der Therapie Sodbrennen, Völlegefühl oder Magenschmerzen auftreten, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf.

Pflanzenkraft direkt aufs Knie

Cremes und Gele aus Pflanzenextrakten können bei Knieschmerzen ebenfalls helfen. Sie lindern den Schmerz, indem sie die Durchblutung fördern und/oder entzündungshemmend wirken. Eingesetzt werden beispielsweise folgende Wirkstoffe:

  • Cayenne-Pfeffer, zum Beispiel in ABC®Wärmecreme Capsicum Hansaplast med oder Finalgon CPD Wärmecreme
  • Beinwell-Wurzelextrakt, zum Beispiel in Kytta®Schmerzsalbe oder Traumaplant®Creme
  • Rosmarin, Eukalyptus- und Pfefferminzöl, zum Beispiel in Sogoon®Schmerzcreme oder Allgäuer Latschenkiefer®Schmerzcreme.

Tipp: Chronische, verschleißbedingte Knieschmerzen sprechen eher auf Wärme an. Kältepackungen helfen dagegen bei akuten rheumatischen oder infektionsbedingten Knieschmerzen.

Pflanzenheilmittel in Tablettenform

Pflanzeninhaltsstoffe werden auch in Tabletten- oder Kapselform gegen arthrotisch bedingte milde bis mittlere Knieschmerzen eingesetzt. Zu den angebotenen Wirkstoffen gehören Teufelskralle (zum Beispiel in Jacurba®forte Filmtabletten oder Rivoltan Teufelskralle Filmtabletten) Weidenrinde (zum Beispiel in Weidenrinde Schmerzdragees) Brennnessel-Extrakt (zum Beispiel in Hox alpha Hartkapseln oder Natulind Tabletten) oder Kombinationspräparate aus diversen Extrakten (Phytodolor®Tinktur). Daneben sollen auch Produkte aus dem Gewürzregal helfen: Sowohl Ingwer als auch Kurkuma werden beispielsweise zur Linderung von Gelenkschmerzen angeboten.

Ob Teufelskralle, Brennnessel, Ingwer oder Kurkuma: Die Wirkung dieser Wirkstoffe wird von Orthopäden unterschiedlich beurteilt, selbst die verschiedenen Leitlinien zur Behandlung der Arthrose sind sich in ihren Empfehlungen nicht einig. Letztendlich muss jeder Betroffene selbst ausprobieren, ob sein Knieschmerz von solchen Pflanzenheilmitteln profitiert.

Tipp: Ingwer lindert Schmerzen nicht nur als Tee oder als Kapsel, sondern auch lokal direkt am Knie: Dazu wird die Knolle püriert, die Paste auf dem schmerzenden Gelenk verteilt und dort für 15 bis 30 Minuten belassen.

Langfristig den Knorpel stärken

Ebenfalls angeboten werden eine Reihe von Substanzen, die positiv auf Gelenkflüssigkeit und Knorpel wirken und dadurch den Gelenkverschleiß aufhalten sollen. Sie werden geschmiert, eingenommen oder vom Arzt in das Gelenk gespritzt. Ob diese Substanzen wirken, ist allerdings umstritten. Zur Verfügung stehen:

  • Glucosamin. Als Bestandteil von Zuckerketten in Gelenkflüssigkeit und Knorpel soll die Gabe von Glucosamin die Gelenkflüssigkeit verbessern. Es steht in Gelform zum Beispiel in Hirudoid®forte Gel zur Verfügung. In Tablettenform wird es unter anderem als dona®Filmtabletten oder Voltaflex®Glucosaminhydrochlorid Filmtabletten angeboten.
  • Chondroitinsulfat. Der Wirkstoff ist Bestandteil der Knorpelmasse und soll bei regelmäßiger Einnahme die Funktion des Gelenks verbessern und die Schmerzen reduzieren. Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat werden gemeinsam mit Vitaminen und Mineralstoffen als Nahrungsergänzungsmitteln in Kapseln angeboten, zum Beispiel in Arthroplus Kapseln, Artrostar compact II, Orthomol®arthroplus und flexiLoges®Gelenknahrung. In Gelform steht es zum Beispiel in Mobilat®Duo aktiv Gel zur Verfügung.
  • Kollagen. Kollagen ist das Eiweißgerüst von Knorpel und Knochen. Es wird als Kollagen-Hydrolysat in Form von Pulver, Tabletten oder Trinkfläschchen angeboten und soll sich positiv auf Knochen, Knorpel, Haut und Bindegewebe auswirken.

Tipp: Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil von Knorpel und Gelenkflüssigkeit. Wer Spritzen nicht scheut, kann sich Hyaluronsäure vom Arzt in das schmerzende Gelenk injizieren lassen. Hyaluronsäure-Injektionen werden von den Fachgesellschaften empfohlen, wenn z. B. NSAR-Tabletten nicht vertragen werden.

Von Schlamm bis Tai Chi

Vor allem bei milden und mittleren Arthrosebeschwerden am Knie gibt es noch eine Reihe weiterer Empfehlungen. Manche Experten raten zu Schlammpackungen oder Fango, andere zu Akupunktur als unterstützende Maßnahmen. Kniebandagen oder Knieorthesen können ebenfalls helfen, ihr Einsatz sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Physikalische Verfahren wie Reizstrom (TENS), Stoßwellen, Mikrowellen-, Ultraschall- oder Lasertherapie vermögen durchaus, die Schmerzen bei der Kniegelenksarthrose zu lindern. Von Infrarotstrahlen oder der Magnetfeldtherapie raten die Experten dagegen ab.

In den beschwerdefreien Zeiten verbessert eine Bewegungstherapie Beweglichkeit und Belastbarkeit des betroffenen Knies. Allerdings muss sie individuell an das Ausmaß der Arthrose angepasst werden. In Frage kommen vor allem Kräftigungs-, Dehnungs- und Gleichgewichtsübungen, Laufbandtraining und Tai Chi.

Tipp: Vielerorts gibt es Kniesport-Gruppen oder Reha-Sportgruppen speziell für Patienten mit Kniegelenksarthrose. Dort können Sie die richtigen Übungen für Ihr Knieproblem erlernen.

Vorbeugen ist besser

Auch wenn Fachgesellschaften und Experten Pflanzenmedizin, Hyaluronsäure & Co bei der Arthrose unterschiedlich bewerten – Einigkeit herrscht darin, dass folgende Maßnahmen helfen, den Verschleiß am Kniegelenkt aufzuhalten:

  • Normalgewicht halten: Jedes Pfund extra ist eine zusätzliche Belastung für das Knie
  • kniebelastende Aktivitäten meiden (Putzen, Fliesenlegen, mit den Enkeln auf dem Boden spielen)
  • gelenkschonenden Sport wie Schwimmen, Fahrradfahren oder Wassergymnastik betreiben.

Wer sich daran hält und bei verschleißbedingten Kniebeschwerden frühzeitig reagiert, kann die leichte bis mittelschwere Kniegelenksarthrose häufig mit einer individuellen Kombination von Medikamenten, Schmerzgelen, Bewegungstherapie und physikalischen Maßnahmen aufhalten und erträglich machen.

Quelle: Claudia Bruhn, DAZ 2019, Nr. 27, Seite 36