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20.02.2017: Junge Erwachsene mit Krebs

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 15.000 junge Erwachsene an Krebs. Doch die Altersgruppe führt ein Schattendasein in der onkologischen Forschung. Eine Studie befasst sich erstmals mit ihrer Situation. Ob Beruf, Kinderwunsch oder Partnerschaft: Die Diagnose Krebs stellt alle Zukunftsentwürfe in Frage. Junge Erwachsene stehen oft noch am Anfang und haben viele Lebensträume noch nicht verwirklicht. Für die Studie „AYA Leipzig“ interviewten Wissenschaftler der Universität und Medizinischen Fakultät Leipzig über 510 Krebspatienten zwischen 18 und 39 Jahren. Die jungen Erwachsenen äußerten sich innerhalb eines Jahres zweimal zu Themen wie Lebenszufriedenheit, Versorgungssituation und Unterstützungsbedarf. Zusätzlich beurteilten die Patienten die psychologische Betreuung in Kliniken, Rehas und ambulanten Einrichtungen. Der Wunsch nach einem normalen Leben Die Gesundheitsprobleme stehen der gewünschten Lebensplanung im Weg. Das führt zu einer tiefen Verunsicherung. So sprach jeder zweite Befragte über Ängste. Die Studienteilnehmer fürchten sich vor Rückfällen oder bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen. Sie sorgen sich um ihre Wiedereingliederung in Ausbildung und Beruf und somit auch um ihre finanzielle Sicherheit. Der Wunsch nach einer eigenen Familie rückt oft auf unbestimmte Zeit in die Ferne. Selbst Beziehungen zu Partnern und Freunden leiden unter der Erkrankung. Perspektiven für junge Erwachsene mit Krebs „Ziel ist es, Ärzte und Pflegepersonal für die besonderen Bedürfnisse und Probleme dieser Patientengruppe zu sensibilisieren“, erklärt Prof. Anja Mehnert, Leiterin der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Ganz oben auf der Wunschliste stehen altersgerechte Gruppenangebote zur Bewegungs- und Entspannungstherapie. Außerdem erhoffen sich die jungen Krebspatienten mehr Unterstützung bei psychologischen Problemen und psychosozialen Belastungen. Ergänzend planen die Studienautoren eine Online-Schreibtherapie, bei der die Betroffenen lernen, ihre Ängste abzubauen. Quelle: Universität Leipzig

17.02.2017: Defibrillatorweste statt Operation

Eigentlich ist sie nur eine Übergangslösung – die Defibrillatorweste. Doch bei einigen Patienten mit schwerer Herzschwäche kann sie die Pumpleistung des Herzens so nachhaltig steigern, dass sich eine Operation erübrigt. Häufig nimmt die Pumpleistung des Herzens nach einem Herzinfarkt oder einer Herzmuskelentzündung rapide ab. Das bedeutet für die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod. Zumeist geht dem tödlichen Kreislaufstillstand ein Kammerflimmern voraus. Diese gefährliche Herzrhythmusstörung lässt sich mit einem Defibrillator ausschalten. Doch bevor die Risikopatienten den elektrischen Impulsgeber implantiert bekommen, müssen sie sich an die erforderlichen Medikamente gewöhnen. In dieser Übergangszeit tragen sie eine Defibrillationsweste. Das mobile Gerät registriert die Pumpleistung und bringt das Herz im Ernstfall wieder in den richtigen Takt. Defibrillationsweste steigert Pumpleistung des Herzens Normalerweise legen die Herzpatienten ihre Defibrillationsweste nach drei Monaten ab, wenn es Zeit für die Operation ist. Steigt die Pumpleistung innerhalb dieser Zeit auf über 35 Prozent an, erübrigt sich der Eingriff sogar vollständig. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover beobachteten 265 Personen mit Defibrillationsweste. Bei 69 Studienteilnehmern stieg die Pumpleistung des Herzens dank Weste auf über 35 Prozent an. Nach verlängerter Tragezeit sprengten weitere 20 Teilnehmer die 35 Prozent Hürde. Übergangslösung oder vollständige Therapie? „Die Implantation eines Defibrillators ließ sich so bei insgesamt einem Drittel der Patienten vermeiden, was insofern gut ist, als dass dieser langfristig auch Komplikationen mit sich bringen kann“, erläutert Dr. Christian Veltmann, Leiter des Bereiches Rhythmologie und Elektrophysiologie an der Klinik für Kardiologie in Hannover. Endgültige Klarheit bringen weitere Studien unter Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover. Die erste läuft in Kürze an verschiedenen Zentren an. Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

16.02.2017: Handeln bei akutem Bluthochdruck

Jeder vierte Erwachsene leidet in Deutschland an Bluthochdruck – eine häufige Ursache für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Was lässt sich tun, wenn der Blutdruck plötzlich verrückt spielt? Ein hoher Blutdruck (über 140/90 mmHg) ist zwar noch kein Grund zur Sorge, doch lauert Gefahr in plötzlichen Blutdruck-Anstiegen. Welche Maßnahmen nötig sind, wenn ein Ruhewert von über 190/100 mmHg auftritt, ist abhängig vom Befinden: Spürt der Betroffene keine ernsthaften Beschwerden, kann es sich zum Beispiel um eine Stressreaktion handeln. Ärzte raten in diesem Fall, nicht in Panik zu geraten und sich stattdessen hinzulegen, Musik zu hören und eine halbe Stunde abzuwarten. Fachleute sprechen von einer Bluthochdruck-Krise. Gefahr: Bluthochdruck-Notfall Gefährlicher ist ein sogenannter Bluthochdruck-Notfall: Hier geht der Blutdruck-Anstieg einher mit ernsteren Beschwerden, zum Beispiel Brustschmerzen, Atemnot oder Übelkeit und Erbrechen. Prof. Dr. med. Thomas Budde vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung warnt: „Beim Bluthochdruck-Notfall muss sofort unter der 112 der Notarzt alarmiert werden, weil Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge sein können.“ Wichtig für den Patienten: Beim Anruf der 112 den Verdacht auf Bluthochdruck-Notfall äußern, damit gleich ein Rettungswagen mit Notarzt geschickt wird. Blutdruck medikamentös senken Die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um Notfällen vorzubeugen, ist das regelmäßige Blutdruckmessen. Wer kein Blutdruckmessgerät zu Hause hat, kann das Messen in der Apotheke durchführen lassen. Ist der Patient in ärztlicher Behandlung, kann er bei krisenhaft erhöhtem Blutdruck auch selbst reagieren: verschreibungspflichtige Blutdrucksenker wie Nitrendipin 10 mg oder Nisoldipin 10 mg kommen ebenso in Frage wie das sedierende Blutdruckmittel Clonidin oder Nitrospray – das aber Schwindel verursachen kann. Der Kardiologe Budde ergänzt: „Oft geht die Blutdruckerhöhung darauf zurück, dass Patienten ihre Blutdruckmedikamente nicht eingenommen haben. Dann sollten sie dies unverzüglich nachholen.“ Eine Checkliste zum plötzlichen Blutdruck-Anstieg finden Sie bei der Deutschen Herzstiftung Quelle: Deutsche Herzstiftung

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